Bad Zurzach
Emil Welti hätte seine helle Freude: Mit einem Strassenfest wurde die Bahnhofsspange feierlich eröffnet

Der historische Ortskern von Bad Zurzach wird schrittweise vom Durchgangsverkehr befreit. Eine wichtige Etappe ist die Bahnhofspange, die nun eingeweiht wurde.

Lovey Wymann
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Ehre für den bekanntesten Zurzacher: Ammann Bernhard Scheuber (links) lüftet die Büste von Emil Welti anlässlich der Eröffnung der Bahnhofsspange.

Ehre für den bekanntesten Zurzacher: Ammann Bernhard Scheuber (links) lüftet die Büste von Emil Welti anlässlich der Eröffnung der Bahnhofsspange.

Lovey Wymann

«Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt» – dieser Satz fiel einige Male beim offiziellen Teil der Eröffnung der Bahnhofspange, die am Samstag dem Verkehr übergeben wurde. Wobei es bei der Infrastruktur für die Mobilität auch mal 50 Jahre dauern kann, bis die Reise richtig Fahrt aufnimmt. Bereits bei der Projektentwicklung, die später in die Fleckenumfahrung Nord mündete, sei klar gewesen, dass weitere Massnahmen ergriffen werden müssten, sollte das historische Fleckenbild von nationaler Bedeutung erhalten werden, führte der ehemalige Ammann und jetzige Gemeinderat Reto S. Fuchs aus.

Die Fleckenumfahrung Ost, die im Sommer 2023 eröffnet werden soll, hatte aber einen harzigen Start, da der Weg erst 2018 durch einen Bundesgerichtsentscheid frei gemacht wurde. Dann ging es Schlag auf Schlag: 2019 genehmigte die Einwohnergemeinde das Fleckenkonzept und sprach einen Kredit von 17,6 Millionen Franken. Dies bedeutete auch den Startschuss für die Umsetzung der Bahnhofspange, für welche schon um 2012 die strategischen Landkäufe und Verhandlungen mit wichtigen Partnern erfolgt waren. Nun konnte also das erste Puzzleteil dieses Fleckenkonzeptes feierlich eröffnet werden.

Die neue Bahnhofspange stellt die Verbindung zwischen Breite und Entwiesen sicher; entlastet Schwertgasse und Mittskirchstrasse und erschliesst den Bereich von der Glocke bis zum Bächli-Areal.

Vor dem Bahnhof Tempo-20-Zone

Sie ist als 30er-Zone angelegt, wobei der Bereich vor dem Bahnhof als Begegnungszone mit maximal 20 km angelegt ist. Zwei visuelle Elemente kennzeichnen den Eingang zu diesen Bereichen: von der Hauptstrasse herkommend ein helles Betonband, das vom Bahnhof aus ins Rosengässli leitet; von der Glocke aus bunte Schattenfiguren, die zeigen, was in dieser Zone alles möglich sein kann.

Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer freuten sich über die Darbietungen der Tambourenvereinigung Wettingen und Umgebung und erkundigten danach das Angebot an Essen, Trinken und Unterhaltung entlang der neuen, für einmal noch autofreien Strasse. Bei prächtigem Wetter servierten diverse Vereine, Firmen und Institutionen unterschiedlichste Spezialitäten.

Tour d' Horizon durch Emil Weltis Leben

Historisch Interessierte konnten sich im Wartesaal des Bahnhofs in Leben und Wirken von Emil Welti vertiefen, dem bisher einzigen Bad Zurzacher Bundesrat, wie Thomas Färber im Namen des Vereins «Projekt Biografie Emil Welti» festhielt. In Anwesenheit der zweiten Autorin, Claudia Aufdermauer, wurden Buch und Entstehungsgeschichte präsentiert und einige Punkte aus dem Leben des Politikers erläutert, der sich unter anderem um die Armee und den Bau der Gotthardlinie verdient gemacht hat.

In der prallen Hitze musste es auch für den Marmor-Bundesrat eine Erleichterung gewesen sein, als die Büste am neuen Standort formell enthüllt wurde. Um es mit den Worten von Andrea Voellmin, der Präsidentin des Vereins, zu sagen: Nach Standorten vor dem Verenamünster, der Oberen Kirche und zwei früheren Plätzen am Bahnhof ist der Bundesrat in Weltis Welt angekommen.

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