Bad Zurzach
Endlich weniger Verkehr: Bahnhofspange steht kurz vor der Vollendung

Die Gemeinde Bad Zurzach lud zu einem Rundgang beim Bahnhof ein: Das Interesse der Bevölkerung war gross. Ab Herbst sind die Ziele der Verkehrsentlastung und einer Begegnungszone realistisch.

Katrin Brunner
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Gemeinderat Reto Fuchs stellte am Informationsrundgang zum Ausbau des Fleckenkonzepts die zukünftige Bepflanzung vor.

Gemeinderat Reto Fuchs stellte am Informationsrundgang zum Ausbau des Fleckenkonzepts die zukünftige Bepflanzung vor.

Bilder: Katrin Brunner

Gemeindeammann Berhnard Scheuber zeigte sich erfreut über das grosse Interesse seitens der Bevölkerung. Am vergangenen Samstag lud der Gemeinderat zum Informationsrundgang Bahnhofspange in Bad Zurzach. Rund hundert Personen waren der Einladung gefolgt. Der Anlass hätte eigentlich bereits im letzten Dezember stattfinden sollen, wurde aber – coronabedingt – abgesagt.

Die Bahnhofspange ist nur ein Teil des Grossprojektes, welches nebst dem Gebiet rund um den Bahnhof auch die obere- und untere Hauptstrasse, die Schwertgasse und die Promenadenstrasse mit einschliesst und zum Ziel hat, das historische Zentrum des ehemaligen Marktfleckens grösstenteils vom Verkehr zu befreien und aufzuwerten. Die Gesamtkosten für die Ostumfahrung werden auf rund 75 Millionen Franken geschätzt. Die Gemeinde beteiligt sich mit 18 Millionen Franken.

Aus Platzgründen gibt es keinen Kreisel

Mit der eleganten Unterführung beim Knoten Triumph, Glocke und Eisenbahnbrücke ist bereits ein grosser Schritt getan. Die entsprechende Frage einer Besucherin nach einem möglichen Kreisel begründete Bernhard Scheuber mit dem grossen Platzansprüchen, die ein solcher Bau mit sich gebracht hätte.

Allgemein ist bei der jetzt geplanten Verkehrsführung Platz gefragt. Dieser konnte nach Verhandlungen mit der Firma Triumph gefunden werden, die nun 1,6 Meter des an die geplante Verkehrsführung angrenzenden Landes verkauft hat. Scheuber sagt:

«So lässt sich eine komfortable Breite des Velo- und Fussweges erhalten.»

Parallel zur Promenadenstrasse führt die nun neu gestaltete Bahnhofspange den Bahnhofsverkehr direkt zum Bahnhof. Mit dem vorgegebenen Tempo 30 wird diese zur Quartierstrasse. Noch ist der Belag nicht fertig. Es fällt auf, dass nur auf einer Seite Bäume gepflanzt wurden. «Auf der Geleiseseite werden ab Oktober Grünflächen und Buschwerk angepflanzt», sagt Reto Fuchs, Präsident der Umsetzungskommission und Gemeinderat. «Der Platz zwischen Strasse und Bahntrasse bleibt frei, da die SBB hier ein Wendegleis geplant haben.» Dies im Hinblick auf die geplante S6, die Zürich mit Bad Zurzach verbinden wird. Baubeginn wird voraussichtlich 2030 sein.

Nichts soll dem Zufall überlassen werden

Bei der Auswahl der Bäume wurde darauf geachtet, dass deren Wurzeln zuerst in die Tiefe gehen, bevor sie sich weiter ausbreiten. Somit könnten Schäden am Strassenbelag vermieden werden. Mit der Säuleneiche sei dafür der ideale Baum gefunden worden. In Sachen Hochsommerhitze und Wassermangel soll nämlich Nichts dem Zufall überlassen werden. Auffällig sind die weiss bemalten Stämme und die grünen Wassersäcke.

Solche Wassersäcke dienen als Starthilfe für die jungen Bäume.

Solche Wassersäcke dienen als Starthilfe für die jungen Bäume.

Das Weiss an den Stämmen soll die Hitze des Asphalts reflektieren und den Baum so vor Überhitzung schützen. Die Wassersäcke sind quasi Starthilfe für die noch jungen Bäume. Diese Wasserspender werden jedoch wieder verschwinden.

Der letzte Posten der Führung befand sich direkt vor dem Bahnhof, wo Christian Burger, Leiter Bauabteilung Bad Zurzach, auf die Besucher und Besucherinnen wartete. Zwischen Baumaterial und Baumaschinen erklärte er, wie dieser Platz in Zukunft aussehen wird. «Nebst einer neuen LED-Beleuchtung und weiteren Grünflächen arbeiten wir mit einem Farbkonzept am Boden, welches den Publikumsverkehr steuern wird.» Auch hier – wie in der ganzen Bahnhofspange - wurden Abwasser- und Wasserleitungen erneuert.

Christian Burger, Leiter Bauabteilung, zeigte wie der Bahnhofsplatz dereinst aussehen wird.

Christian Burger, Leiter Bauabteilung, zeigte wie der Bahnhofsplatz dereinst aussehen wird.

Der Vorplatz soll zudem Begegnungszone sein. Daher gelte Tempo 20. Er wird so zu einer schön und modern gestalteten Begegnungszone, der in den nächsten Monaten und Jahren weitere folgen werden und somit den im nationalen Inventar der Denkmalpflege aufgeführten ehemaligen Marktflecken weiter aufwerten.