Bad Zurzach
Hotels, Thermalbad und Papa-Moll-Weg mit Rekordzahlen: So meistert der Tourismusort die Krise

Seit den Lockerungen strömen die Gäste wieder nach Bad Zurzach. Die touristischen Angebote verzeichnen Spitzenzahlen. Doch der zweite Lockdown hat seine Spuren hinterlassen. Wie es nun weitergeht.

Stefanie Garcia Lainez
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Seit dem Ende des Lockdowns strömen die Gäste wieder ins Thermalbad Zurzach.

Seit dem Ende des Lockdowns strömen die Gäste wieder ins Thermalbad Zurzach.

zvg

Die Folgen der Coronapandemie haben den Tourismusort Bad Zurzach mit voller Wucht getroffen. Die Hotels verzeichneten für das vergangene Jahr einen Gästerückgang von etwas mehr als 20 Prozent. Im Thermalbad gingen die Zahlen gar um 34 Prozent zurück. Seit den Lockerungen ist jedoch Aufwind spürbar: Der Flecken wird als Ferien- und Ausflugsort immer beliebter, besonders bei Familien.

Das zeigen die neusten Zahlen, die Bad Zurzach Tourismus an ihrer Medienkonferenz präsentierte. Die grösste Freilufttherme der Schweiz konnte für Mai und Juni gar die Werte des Rekordjahres 2019 toppen – und wurde erneut als «Beste Schweizer Therme» ausgezeichnet.

Der Start ins neue Jahr verlief noch harzig. Das Thermalbad hatte im Dezember gerade erst die neue Bohrturm-Saunalandschaft eröffnet, als wenige Tage später der zweite Lockdown in Kraft trat. Die Freilufttherme musste somit über die gästereichste Zeit bis Ende Februar die Tore komplett schliessen, den Innenbereich gar während fünf Monaten bis zum 30. Mai. «Diesen Verlust können wir nicht mehr aufholen», sagt Dominik Keller, Geschäftsführer des Thermalbads Zurzach.

Dominik Keller, Geschäftsführer Thermalbad Zurzach AG

Dominik Keller, Geschäftsführer Thermalbad Zurzach AG

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Dafür spüre er bei den Gästen nun einen grossen Nachholbedarf. «Die Besucherfrequenzen sind erfreulich, so verzeichnete das Bad seit der ersten Teillockerung für die Monate März und April eine Auslastung von 40 Prozent.» Das sei ein guter Wert. «Vor allem auch, da wir nur aussen und unter grossen Restriktionen öffnen konnten.»

Im Mai und Juni erreichte das Thermalbad gar einen Rekord: Die Gästezahlen für diese beiden Monate lagen rund 10 Prozent über dem Spitzenjahr 2019 und rund 30 Prozent über den Werten der vergangenen Jahre. Er sagt:

«Unser Ziel für Ende Jahr ist eine schwarze Null.»

Ob dies erreicht werden kann, hänge nun von der Entwicklung der Pandemie ab.

In zwei Monaten schon 3000 Gäste auf Papa-Moll-Weg

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Hotels. Nach dem schwierigen Jahr 2020 lag die Anzahl Übernachtungen zwischen Januar und Ende Mai 50 Prozent über den Werten des Vorjahres. Während den Frühlingsferien waren die Hotels ausgebucht. «Die Monate April und Mai waren die besten Monate seit 2015», sagt Peter Schläpfer, Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus.

Peter Schläpfer, Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus.

Peter Schläpfer, Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus.

Alex Spichale

Der Papa-Moll-Weg wurde in denselben Monaten geradezu überrannt: Rund 3000 Personen nahmen den Rätselweg in Angriff. Zum Vergleich: 2019 und 2020 waren im ganzen Jahr rund 2000 Gäste auf dem beliebten Familienangebot unterwegs.

Auch die anderen Angebote wie Velotouren und Wanderungen, oft verbunden mit einem Besuch im Thermalbad, stossen auf grosses Interesse. «Die Zugriffe auf Tourenvorschläge auf unserer Website explodierten», sagt Peter Schläpfer. Auch die neue E-Bike-Genusstour sei gut angelaufen. «Seit Beginn der Pandemie ist eine ganz neue Gästegruppe entstanden – junge Besucherinnen und Besucher sowie Familien. Das zeigt uns, dass wir mit unseren Angeboten auf dem richtigen Weg sind.»

Wohnfässer und Palmen im Sommer

Um weiter auf dieser Erfolgswelle zu reiten, hat sich der Tourismusort auf die Sommermonate vorbereitet: Mit Papa-Moll-Wohnfässern werden beim Zurzacherhof mehr Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen. Und damit die Besucherinnen und Besucher auch an heissen Tagen den Weg ins Thermalbad finden, verwandelten die Betreiber den Aussenbereich in eine Palmenlandschaft, und mit dem neuen Aqua & Fitness Kurs auf dem Stand-up-Paddle können die Gäste Koordination, Balance und Kraft trainieren. An der Pool- und der Bohrturm-Bar gibt es Drinks aus aller Welt, die mit Spezialitätenwochen in den Hotel-Restaurants ergänzt werden.

«Auch im Veranstaltungsbereich kommt wieder Leben auf», so Schläpfer. Im August locken der Antiquitätenmarkt und das Kaiserstuhler Festival der Stille in die Region, das in diesem Jahr zum zweiten Mal in 13 Jahren vom SRF mitgeschnitten wird. Im September folgt das Open Air Kino in Bad Zurzach. Ausserdem wird unter Federführung von Bad Zurzach Tourismus der Aargauer Hochrhein als touristische Marke bekannt gemacht.

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