Bad Zurzach
Schon wieder: Campingplatz-Chef geht mitten in der Hochsaison – über die Gründe wird geschwiegen

Der Campingplatz in Bad Zurzach kommt nicht zur Ruhe: Leiter Stephan Sonderegger und der Camping und Caravanningclub haben sich per sofort getrennt. Damit wiederholt sich die Geschichte.

Daniel Weissenbrunner
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Die Idylle trügt: Innerhalb eines Jahres hat der zweite Platzchef den Campingplatz in Bad Zurzach verlassen.

Die Idylle trügt: Innerhalb eines Jahres hat der zweite Platzchef den Campingplatz in Bad Zurzach verlassen.

Sandra Ardizzone

Die gute Nachricht vorneweg: Der Campingplatz in Bad Zurzach, der nur wenige Meter vom Rheinufer entfernt liegt, ist von den Hochwassern verschont geblieben. Doch hinter den Kulissen scheinen die Wogen hoch zu gehen. Vor wenigen Tagen, mitten in der Hochsaison, hat sich der Vorstand des Camping und Caravanningclubs Bad Zurzach von seinem Platzchef Stephan Sonderegger im gegenseitigen Einvernehmen getrennt, wie es heisst. Über die Gründe haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart, wie Vereinspräsident Bruno Carenzi auf Anfrage erklärt.

Für die Dauermieter ist es ein Déjà-vu. Bereits vor einem Jahr verliess der damalige Platzchef die Anlage von einem Tag auf den anderen. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, dass die Infrastruktur in einem katastrophalen Zustand gewesen sei, das Restaurant nur unregelmässig in Betrieb war und die Öffnungszeiten nicht eingehalten wurden. Bruno Carenzi betont, dass die beiden Fälle nicht vergleichbar seien.

Erst vergangenen November angefangen

Ein Blick auf Online-Berwertungsplattformen lässt darauf schliessen, dass die Gäste mit Sondereggers Arbeit mehrheitlich zufrieden waren. Der Platzwart sei freundlich und flitze hin und her, um den Gästen gerecht zu werden, heisst es etwa. Bemerkt wurde aber, dass der Betrieb offenbar über zu wenig Ressourcen verfügt. Man hoffe, dass er bald Unterstützung bekomme, lautet ein Kommentar. So weit kommt es nicht mehr.

Sonderegger war erst seit vergangenen November zuständig, zusammen mit seiner Partnerin, die das Restaurant führte und seine Stellvertretung übernahm. Die fristlose Trennung von Sonderegger blieb bei den Gästen nicht unbemerkt.

Kurzfristig kein neuer Platzchef

Das Restaurant wie auch der Camping-Shop waren einige Tage geschlossen. «Ab Mitte Woche wurde dann ein Brötchen-Lieferdienst organisiert, per Ende Woche ein Foodtruck», sagt eine Camperin. Eine Angestellte bestätigt, dass es zu Engpässen gekommen sei.

Mehrere Personen seien eingesprungen, um den Betrieb, der rund 160 Parzellen umfasst und zu den grössten Plätzen im Aargau gehört, sicher zu stellen. Bruno Carenzi spricht ebenfalls von einer Übergangslösung. Man habe sich untereinander organisiert. Kurzfristig einen neuen Platzwart zu finden, sei nicht realistisch.

Für Carenzi ist die Situation nicht neu: Der Haussegen hing zuletzt immer wieder schief: Nach Querelen wurde vorletztes Jahr die Absetzung des Vorstands, inklusive des Präsidenten gefordert. Es kam zu mehreren Abgängen. Carenzi, der auch Ehrenpräsident des Vereins ist, übernahm schliesslich das Präsidium und packte vor Ort mit an.

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