Bad Zurzach
Wegen Hamsterkäufen: Die Mineralquelle legte Sonderschichten ein

Die Mineralquelle Zurzach verzeichnete 2020 im Kerngeschäft einen Zuwachs – andere Bereiche litten in der Pandemie.

Daniel Weissenbrunner
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Ein positives Geschäftsjahr: Trotzdem zählt sich die Mineralquelle Zurzach nicht zu den Krisengewinnern.

Ein positives Geschäftsjahr: Trotzdem zählt sich die Mineralquelle Zurzach nicht zu den Krisengewinnern.



Michael Hunziker

Geschlossene Restaurants, keine Feste und Festivals – der Getränkehandel leidet in Coronazeiten massiv unter den Einschränkungen. Der Lockdown ging auch an der Mineralquelle Bad Zurzach nicht spurlos vorbei. Im Unterschied zur Gastronomie auf eine andere Weise: Über 80 Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet der Getränkeproduzent im Bezirkshauptort mit seinen 85 Angestellten mit Eigenmarken für den Detailhandel.

Geschäftsführer Hanspeter Brunner:

«Der Hauptanteil macht nicht, wie häufig angenommen wird, unser Geschäft mit dem Mineralwasser aus.»
Hanspeter Brunner Geschäftsführer Zurzacher Mineralquelle AG.

Hanspeter Brunner Geschäftsführer Zurzacher Mineralquelle AG.

zvg

Dieser liegt momentan noch im einstelligen Bereich und ist vor allem von regionaler Bedeutung. Zu den Grosskunden zählen Migros, Coop, Denner, Aldi oder Lidl. Insgesamt füllt die Mineralquelle Zurzach AG über 200 verschiedene Produkte ab. Zum Kerngeschäft zählen Mineralwasser, Limonaden, Schorlen und Fruchtsäfte. Das Gesamtvolumen beträgt rund 60 Millionen Liter pro Jahr.

Sieben Tage die Woche abgefüllt

Während die Gaststätten monatelang geschlossen waren, wurde der Heimkonsum gesteigert. Die Mineralquelle bekam dies insbesondere im ersten Lockdown im vergangenen Frühling zu spüren. «Durch die allgemeine Verunsicherung wurden Hamsterkäufe getätigt», so Brunner. «Und durch die Grenzschliessung kam der Einkaufstourismus teilweise zum Erliegenden, was die Einkäufe in den regionalen Läden ankurbelte.»

Die Folge: Die Mineralquelle kam aufgrund der gestiegenen Nachfrage im März und April mit der Produktion kaum mehr nach. Der Betrieb legte darum Sonderschichten an den Wochenenden ein, um den Bedarf decken zu können. Mit dem entsprechenden Ergebnis: Im Geschäftsjahr 2020 stieg das Volumen im Bereich Detailhandel um rund fünf Prozent an.

Für das laufende Jahr verhalten optimistisch

Obwohl sich die Absatzzahlen erfreulich entwickelten und die Firma ohne Kurzarbeit für die Angestellten über die Runden kam, will sich der Geschäftsführer nicht zu den Krisengewinnern zählen. Nicht zuletzt deshalb, weil sich die Folgen von Covid-19 für das Unternehmen in anderen Bereichen negativ bemerkbar machte. Geplant war ein neues Marken- und Vertriebskonzept für die Gastrozulieferer und den Getränkehandel. «Weil diese Branche selbst genug Herausforderungen zu bewältigen hatte, sind wir mit der Entwicklung unserer Markenstrategie auch ausgebremst worden», erklärt Brunner. Sobald sich die Lage wieder normalisiere, werde man hier einen neuen Anlauf unternehmen.

Für 2021 zeigt sich Brunner verhalten optimistisch. «Ich erwarte ein normales Jahr.» Seine Zurückhaltung gründet in der nach wie vor fragilen Lage. Es werde interessant zu beobachten sein, wenn die Grenzen wieder öffnen, ob sich das Verhalten der Konsumenten verändern wird. «Man darf gespannt sein, ob die bewusstere Identifikation bezüglich der regionalen Produktion über die Corona-Einschränkungen anhalten wird.»