Bevölkerungswachstum
Bau-Boom in Siglistorf: In der Zurzibieter Gemeinde könnten bald 44 neue Wohnungen entstehen

Kaum eine Gemeinde im Bezirk Zurzach kann mit einem solchen Bevölkerungswachstum rechnen wie Siglistorf. Zurzeit das aktuell grösste Projekt: fünf Mehrfamilienhäuser im Gebiet Kirchwise.

Stefanie Garcia Lainez
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Die fünf Mehrfamilienhäuser im Gebiet Kirchwise sind ausgesteckt. Das Gesuch für die 18 Reiheneinfamilienhäuser folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Die fünf Mehrfamilienhäuser im Gebiet Kirchwise sind ausgesteckt. Das Gesuch für die 18 Reiheneinfamilienhäuser folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Alex Spichale

Um einen Drittel soll die Bevölkerung in der 670-Einwohner-Gemeinde Siglistorf in den nächsten fünf Jahren wachsen. Bereits realisiert wurden im vergangenen Jahr zwei Mehrfamilienhäuser mit je zwölf Wohnungen an der Alten Poststrasse und zwölf weitere Wohnungen gegenüber der Kapelle. Noch im Bau sind die Terrassenhäuser mit neun Wohnungen am Belchen.

Nun steht das grösste Projekt bevor: Fünf Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 44 Wohnungen plant die Regiobau Freiamt AG aus Büttikon im Gebiet Kirchwise. Das entsprechende Gesuch liegt noch bis zum 15. März auf der Gemeindekanzlei auf. Kostenpunkt gemäss Baugesuch: 20,4 Millionen Franken.

Ein Grossteil der Wohnungen soll im Eigentum verkauft und ungefähr ein Viertel der Wohnungen vermietet werden, sagt Architekt Marco Gut des Architekturbüros Koch AG. Mit 2,5- bis 5,5-Zimmerwohnungen werde eine gute Durchmischung angestrebt von Pärchen, über Familien bis zu Seniorinnen und Senioren. «Alle Wohnungen sind rollstuhlgängig», sagt der Architekt.

Viel Freifläche inklusive Pergola ist vorgesehen

Über 1200 Quadratmeter Spiel- und Erholungsfläche sollen den Anwohnern zur Verfügung stehen, 50 Prozent mehr als gesetzlich vorgeschrieben. «Unser Konzept sieht viel Freifläche vor», bestätigt Marco Gut. So sei über der Einfahrt in die Tiefgarage auch eine Pergola eingeplant mit Sitz- und Spielmöglichkeiten.

Insgesamt soll die Überbauung 121 Veloabstellplätze und 65 Autoparkplätze in der Tiefgarage bieten. Oberirdisch sind nochmals 44 Veloabstellplätze und sieben Besucherparkplätze vorgesehen.

Die fünf Mehrfamilienhäuser mit zwei bis drei Obergeschossen erhalten eine Holzverkleidung:

So sollen die Häuser aussehen.

So sollen die Häuser aussehen.

zvg/Koch AG

Noch diesen April erfolgt der Baustart für die Erschliessung des Gebietes Kirchwise zwischen den Strassen Kirchwiesen (hier mit «e») und dem Feldweg in Richtung Wald. In einer ersten Phase werden die Werkleitungen in der Strasse Kirchwiesen vom Knoten Dorfstrasse bis zur Abzweigung der neuen Stichstrasse erstellt, teilt die Gemeinde auf ihrer Website mit. Diese Arbeiten dauern bis Ende dieses Jahres.

Läuft alles nach Plan, soll der Baustart für die Überbauung im Frühling 2022 erfolgen. Danach wird der hintere Teil der Stichstrasse erstellt. Im Sommer 2024 könnten die ersten der rund 80 bis 90 Mieter und Eigentümer in den Mehrfamilienhäusern einziehen. In einer zweiten Etappe sind 18 Einfamilienhäuser geplant. Das Baugesuch soll noch diesen Frühsommer öffentlich aufliegen.

Ursprünglich sei geplant gewesen, die Mehrfamilien- und die Einfamilienhäuser gleichzeitig zu realisieren, sagt Marco Gut. Um aber zügiger vorwärts zu kommen, wurden die Mehrfamilienhäuser nun vorgezogen. Die Realisierung der Einfamilienhäuser erfolgt rund ein bis zwei Jahre versetzt.

Bis zu 850 Personen könnte bald im Dorf wohnen

Wenn alle laufenden und geplanten Projekte realisiert sind, könnten Siglistorf bis zu 850 Einwohnerinnen und Einwohner zählen. Das entspricht einem Wachstum von fast einem Drittel innert weniger Jahre und macht das kleine Dorf zur Boom-Gemeinde im Bezirk – im Gegensatz zum restlichen Zurzibiet, das immer wieder über zu wenig Wachstum klagt.

Gemeindeammann Stefan Schuhmacher sagte vor einem Jahr zu dieser Zeitung: «2006 lehnte Schneisingen eine Fusion mit Siglistorf ab – heute können wir sagen: Zum Glück.» Danach habe sich die Gemeinde entschieden, zu wachsen, habe dazu Bauland eingezont und Landwirte aktiv animiert, ihr Land an Investoren zu verkaufen. Unterdessen zahle sich die Arbeit aus und das Dorf könne die Früchte ernten, ergänzt Schuhmacher, der seit 19 Jahren dem Gemeinderat angehört.