Bezirksgericht Zurzach
Landesverweis für den Angeklagten und finanzielle Genugtuung für das Opfer

Ein 37-jähriger Syrer, der versucht haben soll, eine junge Frau im Zurzibiet zu vergewaltigen, ist vom Bezirksgericht Zurzach schuldig gesprochen worden.

David Rutschmann
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Das Bezirksgericht Zurzach verurteilte den Angeklagten zu Landesverweis und einer Gefängnisstrafe.

Das Bezirksgericht Zurzach verurteilte den Angeklagten zu Landesverweis und einer Gefängnisstrafe.

Sandra Ardizzone

Für die versuchte Vergewaltigung wurde gegen den Mann eine zweieinhalbjährige, teilbedingte Haftstrafe ausgesprochen – der 37-Jährige wird also für sechs Monate ins Gefängnis kommen (die 35 Tage in Untersuchungshaft werden ihm angerechnet), die restlichen beiden Jahre werden aufgeschoben.

Die Staatsanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Haft unbedingt gefordert, der Verteidiger des Angeklagten einen Freispruch, mit dem Hinweis, im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren zu verhängen.

Opfer leidet an posttraumatischer Belastungsstörung

Das Bezirksgericht unter Vorsitz von Gerichtspräsident Cyrill Kramer verurteilte den Angeklagten ausserdem zu einem achtjährigen Landesverweis, der im gesamten Schengen-Raum gültig ist – zwei Jahre weniger als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Ob dieser Landesverweis tatsächlich vollzogen wird, muss die Migrationsbehörde in Anbetracht des andauernden Bürgerkriegs im Heimatland des Verurteilten beurteilen. Zudem muss der Verurteilte der Geschädigten 3000 Franken Genugtuung zahlen. Die Anwältin der jungen Frau, bei der seit dem Vorfall eine schwere posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert wurde, hatte 4000 Franken Genugtuung gefordert.

Beim Bewerbungsgespräch im Gastronomiebetrieb des Verurteilten

Die damals gerade 18-jährige Frau hatte vergangenes Jahr ein Bewerbungsgespräch im Gastronomiebetrieb des Verurteilten. Dieser hatte ihr bereits zuvor anzügliche Nachrichten geschickt und sie beim Bewerbungsgespräch bedrängt. Als sie sich abwenden wollte, soll er sie und sich entblösst und versucht haben, sie zu vergewaltigen. Erst, nachdem er sich selbst befriedigt hatte, soll er von ihr abgelassen haben und ihr 100 Franken in den Ausschnitt gesteckt haben. Er selbst behauptete, der sexuelle Kontakt habe im Einvernehmen stattgefunden.

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