Böttstein
Bis zu 900 Einwohner sollen dereinst hier leben: Quartier Grossacher ist bald einen wichtigen Schritt weiter

500 Arbeitsplätze und bis zu 900 Einwohner: Am Naturparadies am Klingnauer Stausee entsteht ab 2023 ein neues Quartier. Bis Ende März sollen zwei wichtige Konzepte vorliegen.

Stefanie Garcia Lainez
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Visualisierung Grossacher Kleindöttingen Böttstein, bis zu 900 neue Einwohner und bis zu 500 neue Arbeitsplätze.

Visualisierung Grossacher Kleindöttingen Böttstein, bis zu 900 neue Einwohner und bis zu 500 neue Arbeitsplätze.

Zvg / Aargauer Zeitung

Das geplante Quartier Grossacher in Böttstein soll dereinst Einfamilienhäuschen, Wohnungen, Quartierladen, Geschäften, Büros und möglicherweise einen eigenen Kindergarten beherbergen. Bis zu 900 Einwohner und 500 Arbeitsplätze sollen beim Naturparadies am Klingnauer Stausee im Dorfteil Kleindöttingen leben und arbeiten.

Die Böttsteiner beschlossen im November 2019 die nötige Teiländerung des Bauzonenplans und der Bau- und Nutzungsordnung mit der Entwicklungszone Grossacher. Nun ist das Projekt in der 4000-Einwohner-Gemeinde bald einen Schritt weiter: Das Freiraum- und das Mobilitätskonzept würden bis Ende März durch die beiden Fachbüros ausgearbeitet, schreibt die Gemeinde im aktuellen Mitteilungsblatt.

Wo fahren Velofahrer durch? Wo könnten Besucherparkplätze entstehen?

Beim Freiraumkonzept, das zurzeit entwickelt wird, gehe es um die Sicherstellung der landschaftlichen Qualitäten und die Erarbeitung der Grundlage für eine qualitative, abgestimmte und der Lage angemessene Freiraumentwicklung und -gestaltung wie beispielsweise Strassenräume, Siedlungsränder und Besucherparkplätze. Das Mobilitätskonzept beinhalte unter anderem die Grundsätze der Entflechtung Erschliessung Wohn- und Arbeitsplatzgebiete, zusammenhängendes Fuss- und Radwegnetz und die Bewältigung der Mobilität aller Nutzergruppen. «Bei beiden Konzepten ist der bereits vorliegende Entwicklungsrichtplan mitzuberücksichtigen», heisst es weiter.

Sobald diese beiden Konzepte vorliegen, erfolge zusammen mit den Grundeigentümern der Start des Wettbewerbsverfahrens. Ziel dieses sogenannten qualitätssichernden Verfahrens sei eine auf die Lage und Grösse des Gebietes angemessene Siedlungs- und Freiraumqualität sicherzustellen. Lösungen für eine hochwertige, auf das geschützte Stausee-Dekretsgebiet abgestimmte Bebauung und dem landschaftlichen Kontext angemessene Aussenräume würden entworfen, schreibt die Gemeinde im Mitteilungsblatt.

Baustart ist für 2023 vorgesehen

Für 2022 ist das Baugesuch geplant. Gemeindeammann Patrick Gosteli (SVP) sagte im vergangenen Jahr gegenüber der AZ: «Das Ziel ist, 2023 mit dem Bau der ersten Etappe zu starten.» Es seien mehrere Etappen in Fünfjahresschritten vorgesehen, um nicht auf einen Schlag, sondern stetig zu wachsen. Am Zeitplan hat auch die Coronapandemie nichts geändert: «Sollten auch die weiteren Schritte wie qualitätssicherndes Verfahren und Gestaltungsplan terminkonform ablaufen, wäre ein Baustart 2023 unverändert möglich», bestätigt Gosteli.

Gemeindeammann und Grossrat Patrick Gosteli (SVP).

Gemeindeammann und Grossrat Patrick Gosteli (SVP).

Britta Gut

Seine Anfänge nahm das Projekt vor 13 Jahren bei der Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO), bei der das 7,6 Hektaren grosse Gebiet als Baureserve gesichert wurde – fünf Jahre vor der Annahme des Raumplanungsgesetzes.

«Für Böttstein ist das Projekt ein Glücksfall und eine grosse Chance im Hinblick auf die Entwicklungsmöglichkeiten», sagte Gosteli im Sommer 2020. «Denn Wachstum ist wichtig – für die Schule, Vereine, Läden und Dienstleistungsangebote im Dorf.»

Beim Projekt achte man auf hohe Qualität, und zwar in vielerlei Hinsicht. So soll im Grossacher, wo bis Herbst 2021 die Holcim Kies und Beton AG Beton produziert, keine monotone Siedlung entstehen, betonte Gosteli. «Es soll qualitativ hochstehender Wohnraum entstehen in Harmonie mit der Natur.» So verlangt die Gemeinde vom künftigen Bauherrn unter anderem drei grüne Landstreifen, die Förderung der Biodiversität zwischen den Gebäudekomplexen oder naturnahe Versickerung von Regenwasser.

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