Böttstein
In diesen Büroturm sollen schon bald kreative Köpfe einziehen

Die HIAG will die Räumlichkeiten des Forest Towers in Kleindöttingen neu beleben. Geplant ist ein Hotspot für innovative Unternehmer.

David Rutschmann
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Der Forest Tower im Gewerbegebiet in Kleindöttingen.

Der Forest Tower im Gewerbegebiet in Kleindöttingen.

Bild: David Rutschmann

Möwen haben es sich auf Wellblech-Dächern der grossen Produktionshallen im Industriepark in Kleindöttingen bequem gemacht. Von der Dachterrasse des Forest Towers sieht man nicht nur die vielen Rohre, welche Brugg Pipes hier produziert, oder das angrenzende Kieswerk der Holcim. Man kann auch auf die Wiese des Grossacher blicken, wo bald Wohnbauten hochgezogen werden sollen. Und natürlich den Klingnauer Stausee.

«Eine attraktive Mikrolage», findet Arealentwickler Alex Römer. Wenn es nach ihm geht, werden schon diesen Sommer auf der Dachterrasse Firmen-Apéros abgehalten oder auf den Feierabend angestossen. In dem derzeit noch leer stehenden Büroturm will er die kreativen Köpfe des unteren Aaretals zusammenbringen. Wenn es gut läuft, soll der Industriepark zum Creative Campus werden.

Das Gelände gehört der HIAG. Der Name, eine Abkürzung von «Holzindustrie AG», lässt noch das alte Kerngeschäft des Unternehmens anklingen. Längst hat sich die HIAG auf Immobilien spezialisiert – besser gesagt auf die Aufwertung von Industriebrachen zu attraktiven Unternehmensstandorten. Die «Handelszeitung» bezeichnete die Besitzerfamilie 2017 als die grösste private Immobilienbesitzerin des Landes. Laut Geschäftsbericht 2020 beläuft sich das Immobilienvermögen der HIAG auf 1,6 Milliarden Franken.

Eine speziellere Form der Vermarktung notwendig

Im Unteren Aaretal besitzt die HIAG das Gelände der ehemaligen Novopan auf beiden Seiten des Klingnauer Stausees. In Klingnau entstand 1945 die erste Holzspanplattenfabrik der Welt, in Kleindöttingen 1970 für 100 Millionen Franken die seinerzeit modernste – mittlerweile als «Gewerbepark Klingnau» und «Industriepark Kleindöttingen» bekannt. Während man in Klingnau derzeit noch die Nachfolge der ABB Turbo Systems regelt, die Ende 2018 den Standort aufgab, verfolgt man in Kleindöttingen nun ein anderes Konzept: Das Areal zu einem Kreativ-Hotspot entwickeln.

Alex Römer, Arealentwickler bei der HIAG.

Alex Römer, Arealentwickler bei der HIAG.

Lea Meienberg

Hier kommt Alex Römer ins Spiel, der bei der HIAG die Arealentwicklung im Aargau koordiniert. Er steckt hinter der Idee des Forest Towers, des markanten roten Gebäudes, das über dem Industriepark hinausragt. Als hier noch Sperrholzplatten verbaut wurden, stand hier das Leim-Silo. Zwischenzeitlich waren hier Büros der HIAG. Heute ist auf einem der vier Stockwerke der IT-Dienstleister Symotech mit seinem 2-Millionen-Franken-Rechenzentrum untergebracht – der Rest des «Forest Towers» steht leer. Alex Römer:

«Bisher wurden die einzelnen Büroflächen einzeln ausgeschrieben. Wir haben gemerkt, dass wir eine speziellere Idee zur Vermarktung brauchen. Die Zeit war reif für ein neues Konzept.»

Nun wird der Forest Tower explizit als Kreativ-Hotspot bezeichnet, der «eine spannende Ergänzung zum Industriepark sein könnte», so der Arealentwickler. Er denkt an kleine Unternehmen aus dem Umfeld der nahen PSI, die sich hier ansiedeln könnten. Aber auch Privatpersonen, Selbstständige und Freelancer, die hier im Co-Working-Space oder in Kleinbüros arbeiten könnten. 500 bis 600 Franken soll ein Büro kosten.

Die Bedingungen dazu will die HIAG schaffen: Neben Büros sollen ein Meeting-Raum, eine Community-Zone zum Kaffeeplausch, ein grosszügiges Atelier und ein werkstattähnlicher Ideation Salon entstehen. Die Büros atmen zwar noch einen 70er-Jahre-Charme, doch die abgenutzten Böden sollen verschwinden und modernem Design weichen. Sobald zwei bis drei Interessenten zusagen, würde die HIAG mit der Umnutzung des ersten Stockwerks zum Kreativ-Center ernst machen. Römer denkt, dass sich in der Region genug Interessenten fänden.

Er verweist nach Windisch, wo die HIAG ein ähnliches Konzept entwickelt habe, «das funktioniert auch im ländlichen Raum gut». Sollte es auch in Kleindöttingen funktionieren, will die HIAG womöglich die weiteren beiden Stockwerke des Forest Towers umnutzen.

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