Klingnau
«Damit die Füchse nicht erschossen werden»: Schulkinder sammeln 200 Unterschriften

Schülerinnen und Schüler haben wegen der Fuchsfamilie, die im Biotop des Schulareals lebt, eine Petition lanciert. Denn sie machen sich Sorgen um das Schicksal der Wildtiere.

Philipp Zimmermann
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Die Fuchsfamilie, die zurzeit im Biotop des Klingnauer Schulareals lebt, bewegt die Gemüter. Auch die Schulkinder im Städtchen machen sich Sorgen, wie Schulleiterin Claudia Hossfeld weiss. Sie hat allen 16 Primarschulklassen einen Besuch abgestattet, um die Kinder über die Situation und die Verhaltensregeln mit den Wildtieren zu informieren. «Die Kinder sind sehr besorgt um die Füchse und dass vielleicht ein Jäger kommt», erzählt sie. «Sie möchten, dass die Tiere bleiben dürfen.»

Mehrere Mädchen der 4. Klasse haben sogar eine Unterschriftenaktion lanciert, damit die Fähe ihre Jungen weiter im Biotop aufziehen darf. 200 Kinder haben ihr Autogramm abgegeben. Sechs A4-Blätter mit lauter Unterschriften wurden bei Schulleiterin Hossfeld abgegeben.

Als Einleitung zu ihrer Petition schrieben die Kinder:

Liebe Frau Hossfeld, wir haben Unterschriften gesammelt, damit die Füchse nicht erschossen werden. Bitte beachten Sie diese Nachricht.
Der Text zur Petition der Kinder.

Der Text zur Petition der Kinder.

ZVG

"Wichtig, dass alle Abstand halten"

Hossfeld freut sich über das Engagement der Kinder. Die Gemeinde hat unabhängig von der Unterschriftenaktion entschieden, dass nicht gegen die Füchse im Biotop vorgegangen wird. «Wir haben den Kindern erklärt, dass das möglich ist, solange von den Tieren keine Gefahr ausgeht. Wichtig ist, dass sich alle an die Verhaltensregeln halten und Abstand halten.»

Drei der sechs A4-Seiten mit Unterschriften der Kinder.

Drei der sechs A4-Seiten mit Unterschriften der Kinder.

ZVG

Das Biotop wurde abgesperrt, damit die Tiere dort ihre Ruhe haben. «Wir gehen davon aus, dass die Fuchsfamilie das Biotop demnächst verlassen wird», sagte Gemeindeschreiber Ueli Gantenbein. Die Experten von der kantonalen Jagdaufsicht begrüssen die Haltung der Gemeinde.

Auch die kantonale Jagdverwaltung sieht keinen Grund für einen Abschuss. «Wir sehen die Anwesenheit der Fuchsfamilie nicht als Problem», sagt Christian Tesini, Fachspezialist von der kantonalen Abteilung Jagd und Fischerei. «Die Füchse machen dort niemanden etwas. Deshalb sehen wir uns als Jagdaufsicht nicht veranlasst, etwas zu unternehmen.»

Das junge Füchslein steht auf dem Schulhausbrunnen.
12 Bilder
Das Füchslein trinkt auch das Wasser vom Brunnen.
Das Foto wurde am Sonntag, 24. Mai, nachmittags gemacht.
Ein junger Fuchs tollt auf der Wiese neben dem Biotop.
Das rot-weisse Band macht klar: Zutritt ins Biotop verboten.
Die Gemeinde hat die rot-weissen Bänder anbringen lassen, damit die Fuchsfamilie im Biotop nicht gestört wird.
Von mehreren Seiten gelangt man ins Biotop.
Das ist eine Seite.
Hier eine zweite Seite.
Hier blickt man auf ein Schulhaus mit dem dritten Weg zum Biotop.
Blick vom Schulhaus am Biotop auf das Propsteiareal mit Turnhalle.
Blick vom Schulhausbrunnen auf einen der älteren Pavillons.

Das junge Füchslein steht auf dem Schulhausbrunnen.

Philipp Zimmermann

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