Unteres Aaretal
Dank mildem Winter: Refuna verheizt deutlich weniger Öl als befürchtet

Die Refuna (Regionale Fernwärme Unteres Aaretal) hat dank dem mildem Winter bis jetzt weniger als halb so viel Öl verheizt als befürchtet. Am 24. Dezember geht Beznau 2 wieder ans Netz, womit wieder Fernwärme geliefert werden kann.

Hans Lüthi
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Als Hauptwärmequelle der Refuna dient das Kernkraftwerk Beznau.

Als Hauptwärmequelle der Refuna dient das Kernkraftwerk Beznau.

Alex Spichale

Der bisher viel zu milde Winter wirkt sich positiv auf Umwelt und Energiekosten im unteren Aaretal aus. Seit dem Stillstand beider Beznau-Reaktoren in Döttingen ab Mitte August muss die Wärme für das 140 Kilometer lange Netz der Refuna (Regionale Fernwärme Unteres Aaretal) erstmals mit Heizöl erzeugt werden.

Die Investitionen von mehreren Millionen Franken in die Reserve-Heizwerke über die vergangenen Jahre bewähren sich nun im Ernstfall. Refuna konnte ihre 2625 Kunden in den elf Gemeinden stets ohne Unterbrüche mit der nötigen Wärme beliefern. «Mit ein paar Stunden oder Tagen Ausfall beider Beznau-Blöcke haben wir immer gerechnet, aber vier Monate bedeuten eine grosse Herausforderung», betont Geschäftsleiter Kurt Hostettler.

Weniger Energie verbraucht

Die Refuna-Prognose für Aktionäre und Kunden rechnete im Herbst mit einem Verbrauch von 7,5 Millionen Liter Heizöl bis Ende Dezember. Bei einem totalen Beznau-Ausfall bis im Frühling 2016 hätten es sogar 17 Millionen Liter Heizöl werden können. Jetzt zeigen die neuesten Zahlen, dass die Beznau-Kunden mit einem blauen Auge davonkommen dürften. Gemäss Axpo-Sprecher Antonio Sommavilla geht Beznau 2 «plangemäss am 24. Dezember wieder ans Netz».

Nach kurzer Umschaltzeit fliesst danach wieder die willkommene Abwärme. Bis Ende November genügten 3,6 Millionen Liter Heizöl, das sind 700'000 Liter weniger als in einem normalen Winter. Bis Weihnachten dürften es rund 5 Millionen Liter Heizöl werden. Zum Vergleich: Kumuliert hat Refuna in 30 Jahren 480 Millionen Liter Heizöl ersetzt und damit eine Million Tonnen CO2 eingespart.

Deutlich tiefere Mehrkosten

Noch besser sieht es bei den Mehrkosten aus, denn statt der prognostizierten fünf Millionen dürften bis Ende Jahr vier Millionen Franken genügen. Der unglaublich tiefe Ölpreis wirkt sich positiv auf die Rechnung aus. Zudem konnte die Fernwärme Siggenthal AG aus der KVA Turgi rund 12 Prozent der nötigen Energie liefern. Das war dank einer technisch umgebauten Verbindung zwischen den Fernwärmenetzen der Refuna und der Fernwärme Siggenthal möglich. Diese Tag und Nacht laufende Bandlast war und ist für das Netz positiv. Auch hier hat der milde Winter mitgespielt: «Bei mehr Kälte hätte das Siggenthal die Wärme selber benötigt», sagt Kurt Hostettler.

Die Wärmebezüger sind im August darüber informiert worden, dass sie für das zusätzliche Heizöl maximal etwa 7 Rappen je Kilowattstunde berappen müssten – was auf wenig Begeisterung stiess. Der Verwaltungsrat wird erst im April 2016 aufgrund der konkreten Zahlen die wirkliche Verteilung der Kosten beschliessen. «Refuna löst Rückstellungen auf und bezahlt einen Anteil selber», hat Kurt Hostettler bereits an der GV angekündigt. Jeder Beznau-Block produziert über 1000 Megawatt Wärme und daraus 365 Megawatt Strom. Die Branche ist froh, wenn diese Bandenergie ab Weihnachten wenigstens aus einem Werk wieder fliesst. Dazu braucht es noch grünes Licht der Sicherheitsbehörde Ensi.

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