Leuggern
Die Sperrung der Koblenzer Zollbrücke trifft auch das Regionalspital

Während der dreimonatigen Vollsperrung der Zollbrücke in Koblenz müssen süddeutsche Ärzte und Patienten des Asana-Spitals Umwege in Kauf nehmen.

Nadja Rohner
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Die Sperrung der Grenbrücke in Koblenz hat auch Auswirkungen für die deutschen Mitarbeiter des Regionalspitals Leuggern.

Die Sperrung der Grenbrücke in Koblenz hat auch Auswirkungen für die deutschen Mitarbeiter des Regionalspitals Leuggern.

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Seit dem Montagmorgen müssen Grenzgänger mit Umwegen und Staus rechnen: Die Zollbrücke Koblenz bleibt bis zum 22. September gesperrt. Während Einkaufstouristen getrost auf den Grenzübergang verzichten können, haben diejenigen keine Wahl, die auf der jeweils anderen Seite des Rheins arbeiten – zum Beispiel im Paul-Scherrer-Institut, bei der ABB oder im Asana Spital Leuggern.

Dort beträgt der Anteil der Grenzgänger bei den Angestellten rund 8 Prozent. Besondere Massnahmen hat das Spital aber nicht treffen müssen, wie Spitaldirektor René Huber sagt: «Als Arbeitgeber haben wir unser Personal über die Brückensperrung informiert. Es ist uns bewusst, dass dadurch ein Mehrweg entsteht – jedoch kann dies auch bei anderen Strassensperrungen vorkommen.»

Kein Dienst von zu Hause aus

Im Spital Leuggern arbeiten Belegärzte aus dem grenznahen Deutschland, welche auch Hintergrunddienst leisten. Während dieser Zeit halten sie sich auf Abruf bereit und müssen innert einer gewissen Frist im Spital sein. «Je nach Wohnort kann das bedeuten, dass die Ärzte während des Hintergrunddienstes nicht zu Hause auf einen Einsatz warten können», sagt Huber.

Aber nicht nur Mitarbeiter, auch Patienten kommen aus dem süddeutschen Raum nach Leuggern. Etwa 15 Personen seien es pro Monat, sagt Huber. «Die Mehrheit davon sind Geburten – also eilig. Der Umweg für die Reise nach Leuggern ist deshalb sowohl für die werdende Mutter als auch für uns als Geburtsklinik ein direkter Nachteil.»

Rund zwei bis drei weitere Notfälle aus der Region Waldshut gelangen monatlich mit der Ambulanz nach Leuggern.

Auch darauf hat die Zollbrückensperrung Auswirkungen: «Die länderübergreifende Nachbarschaftshilfe der Gebiete Leuggern und Waldshut funktioniert natürlich nicht mehr», sagt Huber. «Dies kann in einzelnen Fällen bedeuten, dass Notfallpatienten etwas länger auf Rettungsmittel warten müssen und die Hilfsfristen unter Umständen nicht eingehalten werden können.» Zudem bestehe bei den Verlegungstransporten eine Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz. «Auch hier müssen während der Brückensperrung organisatorische Anpassungen erfolgen.»

Spital Waldshut hat Kapazitäten

Für das Spital Waldshut ist die Brückensperrung und damit der Wegfall der Direktverbindung nach Leuggern nicht von Belang: «Das Spital Leuggern ist ja ein relativ kleines Grundversorgungskrankenhaus», sagt Uwe Lorenz, Geschäftsführer der Spitäler Hochrhein GmbH. «Die Zahl der deutschen Frauen, die in Leuggern entbinden, sehen wir als überschaubar an. Sollten sich diese Frauen entschliessen, stattdessen nach Waldshut zu kommen, wäre das keine Herausforderung. Wir unterhalten rund um die Uhr drei Kreisssäle samt Hebammen und Ärzteteam.»

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