Bad Zurzach
Die Zukunft des Tierparks ist gesichert: Die Wintergmeind spricht finanzielle Unterstützung

Lange Zeit war unklar, wie es mit dem beliebten Ausflugsziel in Bad Zurzach weitergeht. Die Wintergmeind hat nun aber die Weichen für die Zukunft gestellt.

Alexander Wagner
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Der Tierpark oberhalb von Bad Zurzach gehört seit über 40 Jahren zu den beliebtesten Ausflugsorten in der Region.
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Jährlich kommen Tausende Besucher auf das Gelände, um sich die Zeit bei Emus, Ziegen, Hühnern, Schwänen, Fasanen und an den Picknickplätzen zu vertreiben.
Doch seit längerem plagen den Verein Tierpark Bad Zurzach, der die Anlage unterhält, finanzielle Sorgen.
Die Strukturen sind nicht mehr zeitgemäss. Mit ehrenamtlichen Mitgliedern allein lässt sich der Aufwand nicht mehr bewältigen.
Der Verein lebt von Spenden und kann sich einen Nachfolger von Pius Müller (72), idealerweise einen gelernten Tierwärter, nicht leisten.
Nun hat die Wintergmeind einen Beitrag von 50'000 Franken gesprochen. Weitere 10'000 Franken kommt von Seiten der Ortsbürgermeinde, von der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden liegt eine mündliche Zusage von ebenfalls 10000 Franken vor.
Somit ist die Zukunf des Tierparks gesichert.

Der Tierpark oberhalb von Bad Zurzach gehört seit über 40 Jahren zu den beliebtesten Ausflugsorten in der Region.

Badener Tagblatt

Die erste und wichtigste Meldung der Gemeinde Bad Zurzach wurde schon vor dem eigentlichen Anlass bekannt: Die Gemeindeversammlung findet statt! Während einige Gemeinden das ganze Jahr keine Versammlung durchführen, entschloss sich Bad Zurzach, einen anderen Weg zu gehen: «Diese Situation dauert noch länger», sagte Ammann Bernhard Scheuber.

Um anzufügen: «Wir wollen aktiv damit umgehen und nicht alles lahmlegen.». Eine bemerkenswerte und selten Aussage in diesen Tagen.

Das emotionalste Traktandum war die jährliche Unterstützung mit 50000 Franken für den Tierpark. Pius Müller hat den Tierpark 2009 übernommen und vor dem Aus bewahrt. Den Betreiberverein plagen aber Zukunftssorgen, ein professioneller Tierwärter soll die Nachfolge von Müller antreten.

Bereits jetzt wird der Verein Tierpark mit einem Gemeindebeitrag von 4000 und Wasser/Abwasserkosten von rund 3600 Franken pro Jahr unterstützt. Die effektive Mehrbelastung für die Gemeinde beträgt als noch rund 42000 Franken.

"Tierpark braucht ausgewiesene Fachperson"

Vereinspräsident Pius Müller war denn auch der erste, der sich zu Wort meldete. Eines der grossen Probleme sei, dass es auch Mitarbeiter oder Helfer am Morgen brauche, welche die Tiere füttern und die Gehege putzen. Und diese zu finden, sei sehr schwierig. Zudem sei das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder hoch und die Anforderungen und Auflagen seien stetig gestiegen, so dass es jetzt im Tierpark eine ausgewiesene Fachperson braucht, um dies alles zu erledigen und zu erfüllen.

Auch hier konnten bereits vor der Abstimmung gute Nachrichten vermeldet werden: Die Ortsbürger haben am Vortag einstimmig 10 000 Franken gesprochen, und von der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden liegt eine mündliche Zusage von ebenfalls 10000 Franken vor. Aus der Versammlung wurde gefordert, dass noch mehr auf artgerechte Haltung und das Wohl der Tiere geachtet wird.

Entscheid zum Tierpark führt zu spontanem Applaus

Die Leistungsvereinbarung ist ohnehin schon umfangreich: So wird der Gemeinderat im Vorstand des Vereins Tierpark vertreten sein und sowohl die Jahresrechnung als auch die Budgets einsehen. Unter diesen Vorzeichen wurde der Antrag des Gemeinderates einstimmig angenommen, was zu spontanem Applaus und hörbarer Erleichterung im Saal führte.

«Wir sind froh, dass der Tierpark wieder auf sicheren Beinen steht», erklärte der Ammann und fügte ein herzliches «Danke!» an.

Mehrere Kredite unterschritten

Im Januar 2016 genehmigten die Bad Zurzacher einen Kredit von 12 Millionen Franken für den Neubau des Primarschulhauses. Mittlerweile steht das neue Schulhaus und ist in vollem Betrieb. «Es macht Freude zu sehen, wie es «schaffet», meinte Ammann Scheuber. «Schulentwicklung ist Gemeindeentwicklung», meint der Gemeinderat. Und die Entwicklung gab ihm recht, konnte doch die Bezirksschule in Bad Zurzach gehalten werden.

Jetzt liegt die Abrechnung vor. Und auch hier haben alle Beteiligten eine Punktlandung vollbracht: Bei 12 Millionen wurde der Kredit nur um 12000 Franken überschritten. Weil aber Swisslos noch 51 000 Franken dazu beisteuerte, konnte der Kredit gar um knapp 40 000 Franken unterschritten werden. Und dies trotz einigem Unvorhergesehenem: So kostete alleine der Aushub eine Viertelmillion mehr als budgetiert.

Auch der neue Werkhof war mit 4,3 Millionen ein happiger Investitionsposten. «Wir haben viel Geld ausgegeben, und es gab schon mal schlaflose Nächte», gibt der Ammann unumwunden zu. Doch am Ende konnte auch hier der Kredit um 17 000 Franken unterschritten werden. Und noch viel wichtiger: Der Bau ist gelungen und fand viel Beachtung. Der Werkhof besteht zu 98 Prozent aus Schweizer Holz und die Fassade gar komplett aus Holz aus der Umgebung.

Steuerfuss bleibt bei 115 Prozent

Zahlenmeister Peter Moser führte gekonnt durch den Zahlendschungel des Budgets. «Die Aktiengesellschaftssteuern sind eingebrochen», musste er ernüchtert feststellen. Um anzufügen, was die Zukunft bringen wird: «Wir müssen über die Abwasser- und Abfallgebühren reden, um ein gesundes Gleichgewicht zu behalten.» Trotzdem bleibt der Steuerfuss unverändert bei 115 Prozent.

In den nächsten Wochen stehen in Bad Zurzach wichtige Termine bevor: Am 20. November soll der Knoten Glockenstich wiedereröffnet werden. Am 12. Dezember findet ein Inforundgang zum Fleckenkonzept und der Bahnhofspange statt. Und selbst für das «Fläckefäscht» im September wird ein zweiter Anlauf genommen. Ganz nach dem Motto: «Wir wollen nicht alles lahmlegen.»