Döttingen
Weshalb der bekannte Zurzibieter Abschleppdienst Senn ausbauen und komplett ins Industriegebiet ziehen will

Die J. Senn AG will im Döttinger Gewerbegebiet ein neues, modernes Pannen- und Occasionscenter bauen. Dafür wird einer der beiden Standorte im Dorf aufgeben. Patron Josef Senn erklärt die Hintergründe.

Stefanie Garcia Lainez
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Die J. Senn AG will diese Halle im Döttinger Industriegebiet auf der anderen Seite sowie rechts fast um das Dreifache erweitern.

Die J. Senn AG will diese Halle im Döttinger Industriegebiet auf der anderen Seite sowie rechts fast um das Dreifache erweitern.

Alex Spichale

Die gelben Pannenfahrzeuge der J. Senn AG sind über die Kantons- und gar Landesgrenze hinaus bekannt. Andere kennen den Döttinger Abschleppdienst wegen seiner Tankstelle an der Surbtalstrasse, die mit günstigen Benzinpreisen Autofahrer von weit her anlockt. Nun will der Familienbetrieb ausbauen: Für 880000 Franken soll im Döttinger Industriegebiet neben Bahnhof und Umfahrungsstrasse ein neues Pannen- und Occasionscenter entstehen. Das Baugesuch liegt noch bis 8. Juni auf.

Rund 10'000 Fahrzeuge schleppen die Mitarbeitenden der J. Senn AG pro Jahr ab – von versicherten E-Bikes über Autos bis zu Cars und Lastwagen. In Döttingen befindet sich der Hauptstandort mit dem Pannen- und Unfalldienst, dem Autoservice und dem Hydraulik-Center. Zwei weitere, kleinere Niederlassungen befinden sich in Gebenstorf und Dietikon. Die Zentrale in Döttingen ist über zwei Standorte verteilt: An der Surbtalstrasse befindet sich die Tankstelle und die Werkstatt, im Gewerbegebiet rund ein Kilometer entfernt der Werkhof mit einer Halle für Unfall-, Pannen- und Exportfahrzeuge:

Alex Spichale

Insbesondere für die grossen Fahrzeuge reichte der Platz in der Werkstatt beim Dorfeingang kaum mehr aus. Ausbauen ist aufgrund der umliegenden Gebäude kaum möglich. Auch müssen die Mitarbeitenden zwischen den beiden Standorten mehrmals täglich hin- und herfahren. Firmengründer Josef Senn sagt:

«Wir möchten deshalb alles an einem Standort vereinen.»

Die Chance dazu ergab sich vor einem Jahr: Die J. Senn AG konnte die Liegenschaft auf der gegenüberliegenden Seite des bestehenden Werkhofes an der Gewerbestrasse kaufen. «Der Importeur der Ifor Williams Anhänger hört auf – wir haben deshalb die Gelegenheit genutzt», sagt Josef Senn. Die bestehende Halle soll nun gemäss Baugesuch bis um fast das Dreifache vergrössert werden:

Alex Spichale

«Dazu konnten wir von der Gemeinde rund 700 Quadratmeter Land zusätzlich erwerben.» Auch habe ein Landabtausch mit der Gemeinde stattgefunden, damit diese in Richtung Bahnhof/Bauunternehmen Birchmeier die Strasse um einen Meter erweitern kann.

Prüfstrassen für Bremsen von Lastwagen, Autos und Anhänger sind geplant

In der vergrösserten Halle sollen die Werkstatt, eine Waschanlage, das Lager, und eine Einstellhalle für Lastwagen unterkommen. Die bestehende Brems-Prüfstrasse für Lastwagen des Vorbesitzers soll um eine für Autos und Anhänger erweitert werden. «Die Halle, aber auch der bestehende Bürokomplex ist ideal für uns», sagt Josef Senn. Nur schon am Empfang sollen dereinst vier Personen arbeiten. Vermutlich würden insgesamt mehrere neue Arbeitsplätze entstehen.

Läuft alles nach Plan, zügelt der Betrieb Ende Jahr von der Surbtalstrasse in das Gewerbegebiet. Einsprachen erwartet Josef Senn kaum. «Wir haben die Gemeinde von Anfang an miteinbezogen. Ihre Wünsche und Änderungen sind im Baugesuch berücksichtigt.»

Tankstelle wird weitergeführt

Die aktuelle Werkstatt möchte die J. Senn AG an eine Garage oder an einen Handwerker vermieten. Das Kellergeschoss wird das Unternehmen weiterhin selbst nutzen. Auch die Tankstelle werde weiterbetrieben.

Der Patron gründete das Unternehmen im Jahr 1975. Vor knapp fünf Jahren übergab er die Geschäftsleitung an seinen ältesten Sohn Josef Senn junior. Auch sein zweiter Sohn, Benito Senn, ist im Familienbetrieb tätig. Das Unternehmen beschäftigt heute knapp 20 Mitarbeitende auf die drei Standorte verteilt. Über 50 Fahrzeuge zählt die Flotte von J. Senn AG, die bis ins Zürcher Unterland, Zürich Altstetten, den Mutschellen und auch über die deutsche Grenze hinaus unterwegs sind.

Unter den Autos, die beim Abschleppdienst abgestellt sind, befinden sich auch sichergestellte Fahrzeuge. «Das sind teilweise Raserautos oder solche, die unter Spurenschutz stehen», sagt Josef Senn. Manchmal stehen die Autos bis zu zwei Jahre in Döttingen. «Es kann je nach dem etwas dauern, bis ein Fall rechtsgültig abgeschlossen ist.»