Koblenz/Klingnau
Einkaufstouristen umfahren Stau durch Fahrverbot – und müssen tief ins Portemonnaie greifen

Die Regionalpolizei Zurzibiet hat am Freitag einige Autofahrer gebüsst, die den Stau zwischen Klingnau und Koblenz via Hardstrasse umfahren wollten. Denn dort gilt ein Fahrverbot.

Philipp Zimmermann
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Mehrere Autofahrer wählten wegen des Staus eine Alternativroute – durch ein Fahrverbot.

Mehrere Autofahrer wählten wegen des Staus eine Alternativroute – durch ein Fahrverbot.

Symbolbild Pixabay/zvg

Vor dem Grenzübergang Koblenz staute sich der Verkehr am Freitag zeitweise auf über 4 Kilometern bis zur Nachbargemeinde Klingnau. Der Ärger über die Einkaufstouristen, welche die Kantonsstrasse immer wieder verstopfen, ist bei den Bewohnern im Unteren Aaretal jeweils gross. Wer nicht über die Grenze, sondern nach Koblenz will, muss mit langen Wartezeiten rechnen.

Bei einem solchen Stau ist die Versuchung offenbar gross, ihn umfahren zu wollen. Immer wieder verlassen deshalb vor allem ortsunkundige Autolenker die Kantonsstrasse bei der Abzweigung zur Landi und fahren über die Hardstrasse. Diese führt vom Industrie- und Gewerbegebiet im Oberen Zelgli durch ein Waldstück, dann über Feldwege zwischen Landwirtschaftsland nach Koblenz. Dabei kann man den Grenzübergang nach Waldshut (D) von der anderen Seite ansteuern, ohne lange im Stau zu stehen.

Trotz Fahrverbot: Hier fahren immer wieder Autolenker durch, die den Stau vor dem Grenzübergang Koblenz-Waldshut umfahren wollen.
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Die Hardstrasse führt nach Ende des Waldstücks zu Landwirtschaftsland mit Feldwegen. Von dort kann man durch Koblenz fahren und den Grenzübergang von der anderen Seite ansteuern.
Die Kantonsstrasse zwischen Klingnau und Koblenz: Bei dieser Abzweigung nach rechts geht es zur Landi und zur Regionalen Sammelstelle – und zum Schleichweg über die Hardstrasse, wo das Fahrverbot gilt.
Vorne führt die Hardstrasse zum verbotenen Schleichweg.
Der Grenzübergang in Koblenz: Täglich queren hier 12'000 Fahrzeuge die Brücke über den Rhein, davon über 1000 Lastwagen.

Trotz Fahrverbot: Hier fahren immer wieder Autolenker durch, die den Stau vor dem Grenzübergang Koblenz-Waldshut umfahren wollen.

Philipp Zimmermann

Doch die Hardstrasse ist mit einem Fahrverbot belegt. Die Regionalpolizei Zurzibiet führte am Freitag eine Verkehrskontrolle durch. Repol-Chef René Lippuner bestätigt dies. "Wir haben am Freitag 1,5 Stunden lang an der Hardstrasse kontrolliert und dabei zehn Autofahrer gebüsst", sagt er. Eine Busse beläuft sich auf 100 Franken. Manche Einkaufstouristen mussten also tiefer, als ihnen lieb war, ins Portemonnaie greifen für ihren Shoppingausflug über die Grenze. Offenbar lassen sich manche ortsunkundige Autofahrer durch ihr Navigationsgerät über die Hardstrasse leiten. Die Ausrede verfängt bei den Polizisten allerdings nicht. Das Fahrverbot ist deutlich signalisiert. Dem Navi sollten Autofahrer also kein blindes Vertrauen entgegenbringen.

Die Regionalpolizei hat von der Gemeinde Klingnau den Auftrag, das Fahrverbot an der Hardstrasse regelmässig zu kontrollieren. Das Fahrverbot hat die Gemeinde vor einigen Jahren eingeführt, um Sanierungskosten entgegenzuwirken. "Wir erhalten zudem regelmässig Anrufe aus der Bevölkerung, dass das Fahrverbot missachtet und Autolenker dort zu schnell fahren würden", sagt Lippuner. Die Regionalpolizei kontrolliere das Fahrverbot deshalb mehrmals pro Woche.