Full-Reuenthal/Leibstadt
Zwei Dörfer planen eine gemeinsame Primarschule mit zwei Standorten

Leibstadt und Full-Reuenthal wollen sich bei der Primarschule zusammentun. Der Entscheid fällt demnächst an den beiden Gemeindeversammlungen.

Louis Probst
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Das Schulhaus in Full (Gemeinde Full-Reuenthal), das einst auch das Gemeindehaus war. (13.12.2020)

Das Schulhaus in Full (Gemeinde Full-Reuenthal), das einst auch das Gemeindehaus war. (13.12.2020)

Philipp Zimmermann

Bereits heute arbeiten die Schulen von Leibstadt und Full-Reuenthal zusammen. Bei beiden wirkt beispielsweise Ueli Zulauf als Schulleiter. Die Zusammenarbeit, die seit 2018 auf einem Gemeindevertrag beruht, soll jetzt durch die Bildung einer Kreisprimarschule gestärkt werden. Im Hinblick auf eine Vorlage an die kommenden Gemeindeversammlungen wurde das Vorhaben der Bevölkerung vorgestellt.

Mehrere Gründe hatten bereits 2019 zur Bildung einer Arbeitsgruppe «Kreisprimarschule» geführt: Doppelspurigkeiten durch die parallelen Strukturen, die längerfristig grösseren Risiken durch Wechsel von Lehrpersonen, wenig attraktive Schulleiterpensen sowie Kompromisse bezüglich Schulqualität und Angebot, welche kleine Schulen eingehen müssen.

«Wir wollen eine Schule mit zwei Standorten», so Frank Stoll, Gemeinderat in Full-Reuenthal und Mitglied der Arbeitsgruppe, am Informationsanlass.

«Mit der Kreisprimarschule soll eine Schule mit zwei gleichberechtigten Standorten geschaffen werden.»

Damit soll die Schulqualität sichergestellt werden. Für die Lehrpersonen und für die Schulleitung soll eine attraktive Schule entstehen. «Synergien können genutzt und Doppelspurigkeiten vermieden werden. Eine attraktive Schule ist nicht zuletzt auch ein Standortfaktor für beide Gemeinden», sagt Frank Stoll.

«Kurze Wege für kurze Beine»

«Die Kreisprimarschule wird unter das Dach eines Gemeindeverbandes kommen», so Sandra Fischer, Gemeinderätin in Leibstadt und Mitglied der Arbeitsgruppe. Geleitet wird der Verband durch einen Vorstand, dessen vier Mitglieder von den Gemeinderäten der beiden Gemeinden gewählt werden, und in dem die Schulleitung mit beratender Stimme vertreten ist. Der Verband führt eine eigene Rechnung. Die Gemeinden bezahlen ein Schulgeld.

«Aus Sicht der Finanzen bleibt für Leibstadt die Kreisprimarschule ziemlich neutral», sagt Fischer weiter. «Für Full sieht das, wegen des verbesserten Angebotes, leicht anders aus. Das Schulgeld dürfte etwas höher ausfallen.»

Argumente für die Kreisprimarschule

Für die Kreisprimarschule führt die Arbeitsgruppe einige Argumente ins Feld: Die Schülerinnen und Schüler profitieren von einem gut organisierten Schulbetrieb; sie kommen in den Genuss eines attraktiven Angebotes mit Schulsozialarbeit, Tagesstrukturen und betreuten Arbeitsstunden; und sie gehen – nach dem Motto «Kurze Wege für kurze Beine» – unverändert an ihrem Wohnort zur Schule.

Das nächste Wort in Sachen Kreisprimarschule werden jetzt die Gemeindeversammlungen von Full-Reuenthal (26. Mai) und Leibstadt (4. Juni) haben. Stimmen sie zu, erfolgt der Aufbau der Organisation.

Der Verband selber würde auf den 1. Januar 2022 operativ tätig. Der Betrieb der Kreisprimarschule würde im Sommer 2022 beginnen. Die Chancen dürften gut stehen. Am Informationsanlass, an dem rund 80 Personen anwesend waren, fand die Kreisprimarschule jedenfalls ein positives Echo.