Gastronomie
Überraschender Wechsel: Der ehemalige Koch übernimmt das Restaurant Krone in Rietheim

Das einzige Restaurant in Rietheim erhält einen neuen Besitzer. Die bisherige Pächterin bekam vor Weihnachten die Kündigung.

Alexander Wagner
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Vom Koch zum Besitzer: Sali Mehmetaj übernimmt auf Anfang März das Restaurant Krone in Rietheim.

Vom Koch zum Besitzer: Sali Mehmetaj übernimmt auf Anfang März das Restaurant Krone in Rietheim.

Alexander Wagner

Ein Facebook-Eintrag sowie eine kurze Mitteilung auf der eigenen Website «Wenn aus Gästen Freunde werden» diese Woche deuteten unmissverständlich auf den Abschied der Familie Gsponer aus der «Krone» in Rietheim hin. Darin bedankt sich die Walliserin für die unzähligen schönen Stunden und die rauschenden Feste in der «Krone».

Doch diese Zeit ist vorbei. Zum einen wegen der Pandemie-Situation, in der alle Gas­trobetriebe geschlossen sind. Zum anderen auch, weil Christel Gsponer per Ende Februar nicht mehr in der «Krone» anzutreffen sein wird und sie vorher aufgrund der bundesrätlichen Auflagen ihre Gäste nicht mehr begrüssen kann.

Neuer Besitzer ist kein Unbekannter

Über sechseinhalb Jahre war die 55-Jährige mit ihrer Familie in der «Krone» am Wirten. Zuerst selbstständig auf eigene Rechnung. Im März 2018 übergab Christel Gsponer das Restaurant im Zentrum von Rietheim wieder an den Besitzer der Liegenschaft Anton Frank. «Die Entscheidung fiel uns nicht leicht», betonte sie damals. Danach arbeitete sie als Pächterin weiter. Bis ihr Frank vor ein paar Wochen, an Weihnachten, kündigte. «Alles ging sehr schnell», erklärt Gsponer kurz und bündig. Eigentlich wollte sie nach der Zwangsschliessung wieder öffnen und die Gäste bewirten. «Wir hätten gerne weitergemacht», betont sie.

Doch Besitzer Anton Frank aus dem luzernischen Sursee hatte andere Pläne und verkaufte die gesamte Liegenschaft auf den 1. März. Übernommen hat das Gebäude Sali Mehmetaj. Nebst der Wirtschaft befinden sich auch zwei Mietwohnungen sowie eine kleinere Wohnung, die das Personal als Garderobe und Ablage benutzt, und eine weitere Wohnung im Haus.

Der österreichische Staatsbürger ist seit zwei Jahren als Koch in der «Krone» tätig. Er verfügt über eine grosse Erfahrung in der Gastronomie. Er war über zwei Jahrzehnte in österreichischen Skigebieten als Koch in grossen Vier- und Fünfsternehotels angestellt. Danach arbeitete er zehn Jahre in Zürich in der Küche. Vor neun Jahren kam er in die Region und kaufte in Bad Zurzach ein Haus.

«Ich wohne nur 800 Meter entfernt und kann zu Fuss in die ‹Krone›»,

erklärt der neue Besitzer. Anbieten will er Schweizer und internationale Spezialitäten wie heisser Stein und als Besonderheit Cordon-bleu-Festival. «Daneben gibt es Spargel, Wild oder Metzgete, je nach Saison», sagt Sali Mehmetaj. «Jeder findet etwas bei uns. Nur Pizza gibt es keine», ergänzt er. Mehmetaj wird die «Krone» wieder öffnen – sobald es die Situation zulässt. Und er will weiterhin selber in der Küche stehen.

Vorläufig bleibt der 70-jährige Anton Frank administrativ noch als Geschäftsführer tätig. «Doch dies wird sich ändern», betont er. Für viele wäre es, im momentanen Umfeld, nicht der richtige Zeitpunkt, eine Liegenschaft und eine Wirtschaft zu übernehmen. «Natürlich ist es mutig. Aber ich hoffe, dass bald wieder reger Betrieb herrscht. So wie im Sommer 2020, als wir viele Gäste empfangen durften», sagt Mehmetaj. Er hofft, dass er die einzige Wirtschaft in Rietheim möglichst bald wieder eröffnen kann.

Zukunft der bisherigen Pächterin noch offen

Das hoffen wohl auch die vielen Gäste der «Krone», die sich in den sozialen Medien für die tolle Zeit mit Christel Gsponer und ihrer Familie bedanken. Sie selber bleibt in Rietheim wohnhaft, weiss aber noch nicht genau, wie es beruflich weitergeht. «Ich suche mir wieder etwas in der Gastrobranche», sagt sie in ihrem breiten Walliserdialekt. Aber nicht als Pächterin oder Besitzerin, sondern in einem Anstellungsverhältnis. Sali Mehmetaj hofft seinerseits, dass möglichst viele Gäste ihm und der «Krone» die Treue halten werden.

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