Hochwasser
Die Surb führt bedrohlich viel Wasser - doch die Lage ist unter Kontrolle

Die starken Niederschläge und das Schmelzwasser liessen die Surb in den vergangenen Tagen stark anschwellen. Erinnerungen werden wach.

Daniel Weissenbrunner
Merken
Drucken
Teilen
Die Surb führt in diesen Tagen viel Wasser. Der Stand wird genau kontrolliert.

Die Surb führt in diesen Tagen viel Wasser. Der Stand wird genau kontrolliert.

Angelo Zambelli / Aargauer Zeitung

.

Es ist ein beeindruckendes Naturschauspiel, dass manchen Personen im Surbtal in den letzten Tagen auch Sorge bereitete. Die Surb schwoll nach den Niederschlägen und dem Schmelzwasser zu einem reissenden Bach an. Grund sind aber auch die vielen Bäume, die nach den Schneefällen dem Druck nicht mehr standhalten konnten und umgeknickt waren.

Es sehe zwar bedrohlich aus, sagt Michael Deppeler, Kommandant der Feuerwehr Surbtal.

«Es besteht kein Grund zur Sorge»

beruhigt er. Man habe die Situation jederzeit unter Kontrolle. Gleich beurteilt die Lage auch der Leiter Technische Betriebe in Endingen, Jörg Keller. Bei der Menge müssen wir derzeit möglichst viel Wasser ablassen. Dass dies zu Verunsicherung führe, verstehe er.

Millionenschäden nach Jahrhunderthochwasser

Dass sich die Menschen über den hohen Wasserstand Sorgen machen, ist allerdings nicht aussergewöhnlich. Die Surb ist in der Vergangenheit immer wieder über die Ufer getreten und hat zu Überschwemmungen geführt. In Erinnerung ist vor allem das Hochwasser von 1994. Der Mai jenes Jahres ging witterungsmässig in die Geschichte ein. In Lengnau und Endingen überflutete die Surb die Ortskerne und verursachte in den Dörfern Schäden in Millionenhöhe. Die Wassermessstellen in der Surb registrierten dazumal in der Spitze 35 Kubikmeter pro Sekunde in der Tiefenwaag und 57 Kubikmeter in Döttingen.

Die Schadensbilanz führte anschliessend zu intensiven Planungen im Hochwasserschutz. In mehreren Etappen wurden vor allem die Surbdurchflüsse in Lengnau und in Endingen vergrössert sowie das Gewerbegebiet Lengnau mit Dammaufschüttungen geschützt. Das Surbbett in Lengnau kann heute maximal 25 Kubikmeter Wasser pro Sekunde schlucken, in Endingen sind es 30 Kubikmeter pro Sekunde. Diese Vorkehrungen allein genügten aber nicht, um ein ähnliches Hochwasser wie bewältigen zu können.

Deshalb wurde das Projekt Hochwasserschutz Surbtal erarbeitet und war 2014 eingeweiht worden. Es besteht aus den Hochwasserrückhaltebecken Ried in Ehrendingen und Chilwis in Endingen, kombiniert mit einem massvollen Gerinneausbau beim Dorfeingang und im Gewerbegebiet Lengnau. Seither habe man die Lage, auch bei grossen Wassermengen, im Griff, sagt Michael Deppeler.