Klingnau
Aussicht soll gute Steuerzahler anlocken: Gegen Gestaltungsplan Obermatte gab es mehrere Einsprachen

Das Gebiet Obermatte ist die letzte grosse Baulandreserve in Klingnau, liegt am Sonnenhang oberhalb des Rebberges und soll bald überbaut werden. Gegen den Gestaltungsplan und die Teiländerung des Nutzungsplanes sind nun Einwendungen eingegangen.

Stefanie Garcia Lainez
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Das Gebiet Obermatt in Klingnau bietet einen schönen Blick aufs Untere Aaretal.

Das Gebiet Obermatt in Klingnau bietet einen schönen Blick aufs Untere Aaretal.

Philipp Zimmermann

Bis zu 25 neue Einfamilienhäuser sollen dereinst am Klingnauer Sonnenhang Obermatte oberhalb der Rebberge stehen. Die schöne Aussicht auf den Klingnauer Stausee soll nicht zuletzt gute Steuerzahler anlocken: Die Stadt musste mit dem Wegzug der ABB Turbo Systems 2018 eine markante Aktiensteuer-Einbusse im sechsstelligen Bereich hinnehmen.

Kürzlich lagen der Gestaltungsplan Obermatte und die Teiländerung des Nutzungsplanes öffentlich auf – erarbeitet von den Grundeigentümern der 15 Parzellen und dem Stadtrat. Dagegen sind nun mehrere Einwendungen eingegangen, wie Stadtammann Reinhard Scherrer auf Anfrage mitteilt. Es handle sich dabei um Einzeleinwendungen.

Nutzungsplan sieht eine neue Bauzonengrenze vor

Das knapp 2,8 Hektaren grosse Gebiet Obermatte ist das letzte grosse, nicht überbaute und zusammenhängende Baugebiet der Stadt Klingnau. Dementsprechend hoch sind die ­Anforderungen an künftige ­Bauherren, und es ist eine Sondernutzungsplanpflicht für den exponierten Hang eingetragen. Stadtammann Scherrer sagt: «Der Stadtrat legt Wert auf eine zurückhaltend gestaltete und gut durchgrünte Bebauung, die sich harmonisch in diese spezielle Wohnlage einordnet.»

Nebst diesen Zielen sollen die Teiländerung des Nutzungsplans und der Gestaltungsplan Obermatte auch sicherstellen, dass eine gute Gestaltung des Siedlungsrandes umgesetzt wird und die Parzellen zweckmässig erschlossen sowie überbaut werden können. Zu guter Letzt sieht der angepasste Nutzungsplan eine Änderung der Bauzonengrenze vor.

«Die Bauzone soll neu so definiert werden, dass im westlichen Teil eine und im östlichen Teil zwei Bautiefen ermöglicht werden», heisst es im Gestaltungsplan. Dies habe überdies zur Folge, dass für das Gebiet nördlich der Steigstrasse nach Rechtskraft der Nutzungsplanung und des Gestaltungsplans eine Landumlegung durchgeführt werden müsse. So wird sichergestellt, dass pro Grundstück vor und nach der Änderung der Bauzonengrenze gleich viel Land in der Bauzone liegt.

Im Gebiet Obermatte sollen nur noch Häuser mit Flachdächern erlaubt sein

Auch werden in der angepassten Bau- und Nutzungsordnung verschiedene Regeln festgelegt. So sollen zum Beispiel Dachformen wie zum Hang verlaufende Satteldächer und der Hangneigung folgende Pult­dächer in der Spezialzone in Zukunft nicht mehr erlaubt sein. Die Ein- und Zweifamilienhäuser dürfen nicht höher als zwei Vollgeschosse sein und nur noch mit Flachdächern gebaut werden. Diese sind zu begrünen, dürfen aber zur Energiegewinnung mit Solaranlagen genutzt werden. Weder Dachterrassen noch Attikageschosse dürfen in Zukunft gebaut werden. Auch wird eine starke Durchgrünung mit einheimischen Pflanzen und die Offenlegung des Obermattenbachs verlangt, der heute vor allem eingedolt durch das Gebiet fliesst.