Klingnau
Widerstand gegen zweiten Fussballplatz: Volk entscheidet erneut an der Urne über die Sportplätze im Grie

Der FC Klingnau und der Reitverein sollen in Klingnau neue Plätze erhalten. Doch die Gegner haben bereits zum zweiten Mal erfolgreich das Referendum ergriffen. Es könnte somit erneut zum Abstimmungskrimi an der Urne kommen.

Stefanie Garcia Lainez
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Auf dieser Wiese an der Aare, kurz bevor der Fluss in den Klingnauer Stausee mündet, sollen dereinst der FC Klingnau (ganz links) und der Reitverein Klingnau trainieren.

Auf dieser Wiese an der Aare, kurz bevor der Fluss in den Klingnauer Stausee mündet, sollen dereinst der FC Klingnau (ganz links) und der Reitverein Klingnau trainieren.

Severin Bigler

Nur gerade 13 Stimmen machten im vergangenen November den Unterschied: Äusserst knapp sagte die Klingnauer Bevölkerung an der Urne Ja zum Projektierungskredit über 110'000 Franken für die Sportplätze im Grie. Dies, nachdem ein Komitee erfolgreich das Referendum gegen den vorgängigen Entscheid der Sommergmeind ergriffen hatte.

Vor einem Monat stimmte das Volk an der Sommergmeind erneut über den zweiten Fussballplatz für den FC Klingnau und einen neuen Sandplatz für den Reitverein Klingnau ab. Mit 115 Ja zu 66 Nein fiel die Zustimmung für den Kredit über 5,9 Millionen Franken deutlich aus. Trotzdem hat das Komitee erneut das Referendum ergriffen: Vergangene Woche hat die Gruppe 360 gültige Unterschriften auf der Gemeindeverwaltung abgegeben. Mindestens nötig gewesen wären deren 207.

Die Vereine übernehmen rund einen Drittel der Kosten

Die Stadt möchte die beiden Sportplätze zwischen Grieweg und Seitenkanalstrasse an der Aare erstellen:

Rechts (horizontal) ist der Platz des Reitvereins geplant, links daneben (vertikal) der Fussballplatz.

Rechts (horizontal) ist der Platz des Reitvereins geplant, links daneben (vertikal) der Fussballplatz.

zvg

Dazwischen ist ein einfaches Mehrzweckgebäude aus Holz als Schallschutz geplant. Die Gemeinde übernimmt 3,9 Millionen Franken der Gesamtkosten, der FC und Reitverein insgesamt 2 Millionen.

«Das Projekt ist ein Kompromiss mit Quartiervertretern, Vereinen und Gemeinde», warb der zuständige Stadtrat Kuno Schumacher für das Projekt an der Gemeindeversammlung im vergangenen Juni. Man sei auf viele Punkte der Anwohner eingegangen. Diese waren zusammen mit Vereinsvertretern in der Planungskommission vertreten. Aber schon an der Sommergmeind im Juni zeigte sich, dass dennoch nicht alle aus dem Quartier mit dem erarbeiteten Projekt zufrieden sind. Sie haben deshalb erneut erfolgreich das Referendum ergriffen.

Zum einen stören sich die Anwohner an den Kosten. «5,9 Millionen Franken sind für die Gemeinde Klingnau nicht tragbar», sagt Felix Ernst im Namen des Komitees. Damit weist er auf die angespannte finanzielle Lage der Gemeinde, die auf dieses Jahr den Steuerfuss um 5 Prozentpunkte auf 114 Prozent erhöht hatte.

«Und die zusätzlichen Kosten für den Unterhalt durch die Gemeinde Klingnau können nicht nachvollziehbar beziffert und aufgezeigt werden», bemängeln die Anwohnerinnen und Anwohner weiter. Gemäss Einladungsbroschüre zur Gemeindeversammlung unterhalten und reinigen die Vereine die Anlage. Kosten für den Betrieb sollen für die Stadt keine anfallen, sie übernimmt aber die Bewässerung der Anlagen.

Anwohner stören sich an Garderoben-Containern und deren Standort

Zum anderen kritisiert das Komitee, dass das an der Gemeindeversammlung zur Abstimmung vorgelegte Projekt in der Kommission so nicht beschlossen worden sei. Das abgesegnete Layout der Anordnung der Gebäude und Plätze enthalte ein neues und festes Garderobengebäude auf dem Parkplatz hinter dem Schwimmbad, so Felix Ernst. Und weiter:

«Auf diese Garderobe wird verzichtet und als Ersatz wird die Garderobe mit Containern erstellt.»

Dieser Kompromiss sei erst in der letzten Sitzung im Mai aus Kostengründen beschlossen worden. «Die im Plan dargestellten vier Container sind die bestehenden Container vom Fussballplatz, welche am jetzigen Standort nicht bewilligt sind und hierhin verschoben werden.»

Dass das Komitee nun zum zweiten Mal das Referendum ergreift, dafür habe die Gruppe Dankbarkeit im Städtchen gespürt. Felix Ernst sagt:

«Dafür, dass sich jemand die Mühe macht, in der Coronazeit allen Stimmbürgern die Möglichkeit zu geben, über eine so grosse Investition gefahrlos an der Urne abstimmen zu können.»

Der Stadtrat legt nun voraussichtlich in der ersten Sitzung nach den Sommerferien am 9. August das Datum der Abstimmung fest. In diesem Jahr gibt es noch zwei mögliche Termine dafür: am 26. September und am 28. November.

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