Bezirksgericht Zurzach
Landesverweis und Gefängnis: Fahrt unter Drogen kommt jungen Mann teuer zu stehen

Das Bezirksgericht Zurzach verurteilt einen Lenker zu einer Freiheitsstrafe und Landesverweisung.

Louis Probst
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Der junge Mann stand - als er mit dem Auto erwischt wurde - unter Betäubungsmitteleinfluss.

Der junge Mann stand - als er mit dem Auto erwischt wurde - unter Betäubungsmitteleinfluss.

Symbolbild/Oliver Menge

Zu beschönigen gab es da nichts: Der junge Mann, der mit dem Auto durch eine Strasse in Bad Zurzach fuhr – obwohl diese nur für Zubringer geöffnet war – stand unter Betäubungsmitteleinfluss. Im Blut fanden sich ein minimaler THC-Gehalt von 5,2 g und eine Amphetamin-Konzentration von mehr als 200 g/l. Der Fahrausweis war ihm schon im Jahr zuvor auf unbestimmte Zeit abgenommen worden.

Und das Auto hatte er einem Bekannten entwendet. Vorgeworfen wurde ihm zudem, dass er schwarz mit dem Postauto gefahren und in einer Pfändungssache nicht auf dem Betreibungsamt erschienen war. Erschwerend kam dazu, dass der Beschuldigte wenige Monate zuvor bereits wegen Fahrens in fahrunfähigem Zustand und ohne Fahrausweis zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt worden war.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine unbedingte Freiheitsstrafe von zehn Monaten sowie eine Busse von 500 Franken. Sie verlangte zudem, dass der aus Deutschland stammende Beschuldigte für die Dauer von fünf Jahren des Landes zu verweisen sei.

Verteidiger forderte Verzicht auf Landesverweis

«Ich habe selber keine Antwort darauf», erklärte der Beschuldigte, der in Begleitung seiner schwangeren Freundin erschienen war, auf die Frage von Bezirksgerichtspräsident Cyrill Kramer, weshalb es nur Monate nach einer ersten Verhandlung vor Bezirksgericht zu einem neuerlichen, ähnlichen Vorfall gekommen sei.

«Ich habe keine Ahnung, weshalb ich das gemacht habe – vielleicht aus meiner Allgemeinsituation heraus»

, so der junge Mann, der seit längerem ohne Job ist und offensichtlich in prekären Verhältnissen lebt.

«Die Straftaten sind anerkannt», stellte der Verteidiger fest. «Es geht heute um das richtige und angemessene Strafmass.» Er forderte, dass sein Mandant im Sinne der Anklage schuldig zu sprechen und zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten sowie einer Busse von 200 Franken zu verurteilen sei. Auf eine Landesverweisung sei zu verzichten.

Der Verteidiger machte geltend, dass im Vergleich zum früheren Vorfall, bei dem sein Mandant unter Alkoholeinfluss gestanden hatte, die Fahrt, welche der aktuellen Anklage zugrunde liege, wesentlich kürzer gewesen sei. Auch sei der Zustand des Beschuldigten deutlich besser gewesen als beim früheren Vorfall. Das gehe aus den Angaben der Polizei hervor. Das alles müsse auch in der Strafe zum Ausdruck kommen.

Strafverschärfend, so der Verteidiger, müssten dagegen die Entwendung des Autos und die Vorstrafen gewichtet werden.

Mildernde Umstände wegen persönlicher Situation gefordert

«Es ist aber offensichtlich, dass beim Beschuldigten wegen dessen neuer persönlicher Situation – wegen der Vaterschaft – eine erhöhte Strafempfindlichkeit zu berücksichtigen ist», so der Verteidiger.

«Das führt zu meinem Antrag einer Freiheitsstrafe von vier Monaten. Der Beschuldigte braucht einen Denkzettel. Es braucht eine Sanktion, die sinnvoll ist, um ihm den richtigen Weg zu weisen.» Dieser Ansicht war auch das Gericht. «Der Denkzettel muss aber auch spürbar sein», betonte der Gerichtspräsident.

Das Gericht verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten, einer Busse von 300 Franken, und es sprach eine Landesverweisung für fünf Jahre aus. Der Beschuldigte muss zudem der Postauto AG 220 Franken bezahlen sowie die Gerichtskosten tragen. «Eine Strafe von zehn Monaten wäre grundsätzlich angemessen», so der Gerichtspräsident. «Bei der Strafzumessung hat das Gericht aber die Strafempfindlichkeit des Beschuldigten relativ stark berücksichtigt.