Böttstein
Mehr Lebensraum für Amphibien dank Baustelle Riedmatt Ost

Die Baustelle Riedmatt Ost vernetzt die Amphibienstandorte im unteren Aaretal. Das Projekt des Kantons soll Amphibien wie die Gelbbauchunke und die Geburtshelferkröte wieder anlocken.

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In der Riedmatt richtet der Kanton Kleingewässer ein, die der Gelbbauchunke und der Geburtshelferkröte neuen Lebensraum bieten. André Seippel

In der Riedmatt richtet der Kanton Kleingewässer ein, die der Gelbbauchunke und der Geburtshelferkröte neuen Lebensraum bieten. André Seippel

Aargauer Zeitung

Östlich der Hunderennbahn im Ortsteil Burlen der Gemeinde Böttstein sind in den letzten Tagen neue Kleingewässer angelegt worden. Sie sind Teil von Aufwertungsmassnahmen für Amphibien längs eines Amphibien-Vernetzungskorridors gemäss Landschafts-Entwicklungsprogramm im Unteren Aaretal. In Zusammenarbeit mit den Gemeinden, den Abbauunternehmen und verschiedenen Eigentümern konnten im Aaretal zwischen Leuggern und Villigen bereits einige der wichtigsten noch bestehenden Amphibienstandorte in den Kiesgruben und Schutzgebieten unterhalten oder neu gestaltet werden. Sie bilden heute die Hauptknotenpunkte des Amphibiennetzes im unteren Aaretal. Einen weiteren Teil der Vernetzung bilden die neuen Kleingewässer in der Riedmatt Ost.

Eigentümer positiv eingestellt

Neben den grossflächigen Schutzgebieten in Aarenähe (Fischergrien, Stausee) und den in Betrieb befindlichen Materialabbau- und Lagerstellen (Grossacher, Rodig, Schmidberg) sind auch die in den letzten Jahren in Böttstein aufgewerteten kleineren Gebiete «Riedmatt» und «Im Winkel» sehr wertvoll für Amphibien.

In der Riedmatt hat sich seit der Wiederherstellung und dem regelmässigen Unterhalt der verlandeten Tümpel ein grosser Bestand an Gelbbauchunken entwickelt. Unken haben auch «Im Winkel» bereits im ersten Jahr nach der Gewässerwiederherstellung (Winter 2010/2011) wieder abgelaicht. Diese bemerkenswerten Erfolge haben den Ausschlag gegeben für Verhandlungen mit dem Eigentümer des teils vernässten Wiesenstücks im östlichen Teil der Riedmatt. Leonhard Kalt hat erfreulicherweise eingewilligt, weitere Tümpel erstellen zu lassen.

Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte

Einzige Bedingung war, dass sie eine künftige Bewirtschaftung der Umgebungsflächen als Feuchtwiesen weiterhin ermöglichen. Die genaue Tümpellage wurde daher mit dem Bewirtschafter im Detail festgelegt. Die Bauarbeiten konnten bei den aktuell trockenen Untergrundverhältnissen so schonend ausgeführt werden, dass im nächsten Jahr bereits wieder eine artenreiche Feuchtwiese spriessen wird.

Die Gewässer sind zugeschnitten auf die Bedürfnisse der stark gefährdeten Pionierarten Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte. Insbesondere die Gelbbauchunken bevorzugen periodische Gewässer, die zeitweise austrocknen. Die Wasserstellen sind daher nicht künstlich abgedichtet und werden ausschliesslich von zufliessendem Sickerwasser aus den Feuchtwiesen und Regenwasser gespeist. Ihr Wasserstand wird daher stark schwanken. Finanzierung, Planung, Bau und Baubegleitung erfolgten im Rahmen des Amphibienschutzkonzeptes vollumfänglich durch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons.

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