Neustart
Thermalbad in Bad Zurzach öffnet wieder – doch Gewinn lässt sich damit nicht erzielen

Ab Montag sind Gäste im grössten Freiluft-Thermalbad der Schweiz zwar wieder erlaubt, allerdings nur im Aussenbereich. Was das für die Besucher und den Betrieb bedeutet.

Daniel Weissenbrunner
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Ein kleiner Lichtblick: Ab Montag sind im Thermalbad in Bad Zurzach wieder Gäste zugelassen. Allerdings nur im Aussenbereich und lediglich ein Drittel der normalen Kapazität.

Ein kleiner Lichtblick: Ab Montag sind im Thermalbad in Bad Zurzach wieder Gäste zugelassen. Allerdings nur im Aussenbereich und lediglich ein Drittel der normalen Kapazität.

zvg

Dominik Keller ist Berufsoptimist. Unermüdlich hat der CEO des Bad Zurzacher Thermalbads während der Pandemie in den vergangenen Monaten auf die sich ständig ändernden Ausgangslagen reagiert und die Belegschaft motiviert.

Gleichwohl sind die Folgen des Lockdown auch an ihm und dem grössten Freiluft-Thermalbads der Schweiz nicht spurlos vorbeigegangen. Bereits vor der zweiten Schliessung kurz vor Weihnachten waren die Umsätze dramatisch eingebrochen. Im Winterhalbjahr herrscht normalerweise in den Thermalbäder Hochsaison. Im vergangenen November verzeichnete das Bad im Bezirkshauptort aber ein sattes Umsatzminus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Und seit Ende Dezember ist die Anlage vollständig geschlossen. Mit schmerzhaften Folgen: Ein Grossteil der Angestellten wurde erneut in die Kurzarbeit geschickt, und es kam zu einzelnen Kündigungen. Die kumulierten Einbussen nach fast einem Jahr Corona seien alarmierend, warnt auch der Branchenverband der Thermalbäder. Der Sektor beschäftigt schweizweit über tausend Mitarbeitende.

Nur ein Drittel der normalen Kapazität

Die Bäder verfügen über ein Anlagevermögen von mehr als einer halben Milliarde Franken. Seit den angekündigten Lockerungen des Bundesrats gibt es für die Betreiber nun wieder ein Licht am Horizont. Auch für das Thermalbad in Bad Zurzach.

Ab Montag hat der Betrieb täglich von 8 bis 22 Uhr wieder geöffnet – allerdings nur den Aussenbereich. Was sich entsprechend in den Zahlen niederschlägt. Das erlaubte Kontingent beträgt nicht einmal 50 Prozent. Statt der üblichen 1200 Gäste gleichzeitig werden nur 400 zugelassen. Dominik Keller sagt:

«Das ist für uns zwar nicht lukrativ, aber wir sind das unseren Kunden schuldig trotzdem zu öffnen»

In der Zeit der Schliessung habe er viele Reaktionen von Gästen erhalten, die wissen wollten, wie es weitergehe. Ab 1. März geht es für Keller und sein Team nun wieder weiter.

Die Vorbereitungen laufen seit Mittwoch auf Hochtouren. Es ist ein Start zurück auf Feld eins. Die Becken müssen komplett geleert, gereinigt und wieder aufgefüllt werden. Der Weg von der Garderobe und den Duschen über den Innenbereich nach draussen zu den Wohlfühl-, Ruhe-, Fliess- und dem Schwimmbecken wird mit einem Korridor gekennzeichnet.

«Um das Hygiene- und Sicherheitskonzept des BAGs zu erfüllen, ist eine klare Wegführung nötig», sagt Keller. Und im Park werden gerade die Ruheliegen, der Erlebnispfad und der Papa Moll-Wasserspielplatz auf Vordermann gebracht. Ebenso stehen Massage und Kosmetik sowie die Saunen wieder im Angebot. Und die Gastronomie bietet ab Montag ein Take-away für Badegäste und externe Gäste an, allerdings ohne Sitzbereich.

Auch Hotel Zurzacherhof öffnet wieder

Die Lockerungen ab Montag wirken sich in Bad Zurzach auf den gesamten Tourismusbereich aus. Während das Parkhotel im Lockdown für Hotelgäste durchgehend offen hatte, war das Vital Boutique Hotel Zurzacherhof geschlossen. «Die schrittweise Öffnung ist für uns an wichtiges Signal», sagt der Geschäftsführer von Bad Zurzach Tourismus, Peter Schläpfer. Er spricht zwar noch nicht von Planungssicherheit, dafür sei die Lage noch zu fragil. «Wir können jetzt im Rahmen des Möglichen immerhin Angebote für den Frühling aufschalten.»

Berufsoptimist Dominik Keller hofft derweil, dass die vom Bundesrat für den 22. März in Aussicht gestellten weiteren Lockerungen bald wieder einen Normalbetrieb ermöglichen.

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