Coronakrise
Parkplätze am Klingnauer Stausee werden über das Osterwochenende gesperrt

Mit Blick auf die sonnigen Ostertage werden am Klingnauer Stausee alle Parkplätze gesperrt – die Regionalpolizei kündigt zudem verstärkte Coronakontrollen an. Am letzten Wochenende sind laut Regionalpolizei-Kommandant René Lippuner zahlreiche Ausflügler aus der halben Schweiz angereist.

Fabian Hägler
Drucken
Teilen
Der Klingnauer Stausee.

Der Klingnauer Stausee.

Philipp Zimmermann

Schon am Dienstag sperrte ein Bauamtsmitarbeiter die Parkplätze bei der «Seerose» in Meisterschwanden am Hallwilersee ab. Auch in allen anderen Gemeinden rund um den See, der bei Spaziergängern sehr beliebt ist, werden Gitter aufgestellt. «Wir reduzieren das Angebot, sodass wir nur noch Notparkplätze haben», sagt der Meisterschwander Gemeindepräsident Ueli Haller zu Tele M1.

Er und die Regionalpolizei haben entschieden, das Parkplatzangebot auf Ostern hin zu minimieren. Drei Viertel der insgesamt über 1000 Parkplätze stehen nicht mehr zur Verfügung. Die Gemeinden empfehlen, den Hallwilersee am Osterwochenende ganz zu meiden.

Bauämter sperren unmittelbar am Stausee gelegene Parkplätze

Auch bei einem weiteren beliebten Ausflugsziel werden Gitter aufgestellt: «Alle unmittelbar am Klingnauer Stausee gelegenen Parkplätze werden über das Osterwochenende abgesperrt», sagt René Lippuner, Kommandant der Regionalpolizei Zurzibiet, auf Anfrage der AZ.

"Wir haben dies mit den Anliegergemeinden des Stausees besprochen, alle sind einverstanden, die ersten Plätze werden heute schon abgesperrt", erläutert Lippuner. Damit wollen die Behörden die Attraktivität für Ausflügler senken und Menschenansammlungen verhindern. Nicht abgesperrt werden können private Parkplätze von Unternehmen.

Das Naturparadies Klingnauer Stausee in 27 Bildern:

Klingnauer Stausee im Portrait
27 Bilder
Der Blick über den Klingnauer Stausee von Döttingen her. Am See findet nicht nur die Bevölkerung aus der Region Erholung. Auch Tagestouristen aus der ganzen Schweiz und dem nahem Ausland kommen hierher. Von den Bahnhöfen Klingnau und Döttingen sowie Koblenz sind die meist asphaltierten Uferwege leicht zu erreichen. Parkplätze finden sich bei der Aarebrücke in Kleindöttingen oder unterhalb des Wasserkraftwerks in Koblenz.
Der Stausee ist bekannt für seine reiche Vogelwelt. Vogelkundler (Ornithologen) trifft man hier laufend an.
Der Stausee entstand mit dem Bau des Wasserkraftwerks Klingnau: Nach knapp vier Jahren Bauzeit ging es am 7. Juli 1935 in Betrieb. Es produziert dank drei Turbinen mit einer Leistung von 14,3 MW pro Jahr durchschnittlich rund 225 GWh elektrische Energie. Das entspricht dem Verbrauch von 50'000 Haushalten. Es ist im Besitz eines Konsortiums von Axpo und AEW Energie AG.
Am Klingnauer Stausee planen Naturschützer ein Naturzentrum, das im Mai 2019 eröffnet wird. Promotoren des Naturzentrums: Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin Birdlife Aargau, Werner Müller, Geschäftsführer Birdlife Schweiz, und Simon Egger, Leiter Sektion Natur und Landschaft beim Kanton Aargau, (v.l.) auf dem Aussichtsturm beim Klingnauer Stausee.
Zuletzt sorgte der Klingnauer Stausee mehrfach für Schlagzeilen: Der Kanton will Material ausbaggern, wegen der Verlandung und um neue Wasserflächen zu schaffen. Streitpunkt: Der Schweizerische und der Aargauische Fischereiverband verlangen eine vollständige Entsorgung der ausgebaggerten Sedimente, die gemäss Projekt grossenteils dem Rhein zugeführt werden sollen.
In wenigen Minuten vom Stausee zu erreichen: Das Städtchen Klingnau. Hier von der anderen Seeseite aus fotografiert.
Blick auf das Vogelparadies Klingnauer Stausee von Kleindöttingen her. Klingnau liegt auf der anderen Seeseite.
Rund um den Klingnauer Stausee mit dem Velo unterwegs – das ist dank der asphaltierten Wege problemlos möglich.
Die Bevölkerung des Unteren Aaretals nutzt die Naturperle, um ihre Seele baumeln zu lassen.
Den Weg rund um den Stausee nutzen auch viele Freizeitsportler – gerade an sonnigen Tagen.
Beliebt: Schwände und Enten füttern am Klingnauer Stausee.
Ornithologen haben hier bisher über 310 verschiedene Vogelarten gesehen – im Bild: Zwei junge Rauchschwalben warten einträchtig auf die Mutter mit dem Futter.
Schwäne und Enten auf einer Insel im Klingnauer Stausee.
Der letzte Atemzug – bevor der kleine Frosch im Rachen des Graureihers verschwindet.
Eine Rostgans geniesst das Bad im Klingnauer Stausee...
..., wie auch dieses Bild zeigt.
Seltener Gast. Ein Löffler rastet am Klingnauer Stausee.
Weisse Pracht: Ein Seidenreiher auf der Jagd am Klingnauer Stausee.
Auf Klingnauer Seite befindet sich das Naturschutzgebiet Machme, wo Wasserbüffel zeitweise leben und grasen.
Ein Alpenstrandläufer am Klingnauer Stausee auf Futtersuche.
Einfach schön: Die Skyline am Klingnauer Stausee.
Eine Anlegestelle mit einem Boot der Klingnauer Pontoniere. Sie trainieren allerdings nicht auf dem Stausee, sondern unterhalb des Wasserkraftwerks.
Eine der vielen gefiederten Schönheiten am Naturparadies: Eine Kolbente (Männchen).
Blick vom Winzerdorf Döttingen auf Reben, Klingnau und den Klingnauer Stausee.
An Silvester findet alljährlich der Gippinger Stauseelauf statt: Hunderte Läufer nehmen jeweils daran teil.

Klingnauer Stausee im Portrait

Kurt Wächter

Ausflügler aus anderen Kantonen über Ostern unerwünscht

«Am letzten Wochenende war die Bilanz unserer Kontrollen durchzogen: Die Leute gingen sich beim Spazieren rund um den See zwar aus dem Weg, es hatte aber insgesamt sehr viele Menschen", sagt Lippuner. Zudem habe die Polizei festgestellt, dass Ausflügler aus der halben Schweiz anreisten, das sei in der aktuellen Situation absolut unerwünscht.

"Auch die zahlreichen Ornithologen, die zur Vogelbeobachtung an den Klingnauer Stausee kommen, rufen wir dringend auf, dies auf die Zeit nach der Coronapandemie zu verschieben», betont Lippuner. "Die Regionalpolizei wird über die Ostertage verstärkte Kontrollen durchführen, ob die Coronaregeln des Bundes eingehalten werden", kündigt der Polizeikommandant an.

Aktuelle Nachrichten