Bad Zurzach
Santhori bringt New York mit Strassenkunst zum Malen

Santhori, der Pop-Art-Künstler aus Bad Zurzach, ist seit einer Woche im Big Apple. Mit einer Strassenkunst-Aktion macht er auf seine Ausstellung aufmerksam.

Andreas Fretz
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Passanten aus New York beteiligen sich an Santhoris Strassenkunst-Aktion.

Passanten aus New York beteiligen sich an Santhoris Strassenkunst-Aktion.

Zur Verfügung gestellt

Santhori bereitet in der Millionenmetropole seine Ausstellung in der Buddy Warren Galerie vor, die am 9. September eröffnet. Damit die Bevölkerung den Künstler und seine Kunst näher kennen lernt, hat er zu einem interaktiven Workshop eingeladen. Der First Street Green Art Park, mitten in Manhattan, ist seit 2008 Veranstaltungsort für verschiedene Kunstaktionen, die in Zusammenarbeit mit lokalen Bewohnern stattfinden.

Auf einer fünfzehn Meter langen, weissen Mauer sind mit schwarzer Farbe einige Figuren von Santhori vorgezeichnet worden. Die ersten Kinder versammeln sich am Nachmittag im Park und warten gespannt darauf, dass sie mit dem Malen beginnen dürfen. Plötzlich tauchen drei Figuren auf. Sie tragen Augen auf dem ganzen Körper. Die Augen beobachten und blicken umher. Wie sehen wir unsere Stadt? Was beobachten wir? Welche Rolle spielen die Augen? Diese Fragen beschäftigen die Besucher und sind ein wiederkehrendes Thema in Santhoris Schaffen. «Das Auge dient der persönlichen Wahrnehmung, der Kontrolle, der staatlichen Überwachung», sagt Santhori.

Im Januar fiel Santhori in Zürich auf, als er eine Radaranlage einkleidete:

Santhori und Architekt Walter Wäschle stören sich an der optischen Umweltverschmutzung der Blechpolizisten.
7 Bilder
Punkt 10 Uhr schreiten die Guerilla-Künstler zur Tat.
Santhori verkleidet Radarfalle in Zürich
Was sich wohl die Autofahrer beim Anblick der Skulptur denken?
So sieht die Radarfalle unverkleidet aus.
Da staunt wohl auch der Tram-Chauffeur.
Architekt Walter Wäschle und Santhori, der in Wipkingen aufgewachsen ist, vor dem verkleideten Blechpolizisten.

Santhori und Architekt Walter Wäschle stören sich an der optischen Umweltverschmutzung der Blechpolizisten.

Charlotte Koloc

Mit Pinseln und den vier Grundfarben – Rot, Gelb, Blau und Grün – von Santhori ausgerüstet, beginnen sie mit viel Freude und Enthusiasmus, ihre Ideen auf der weissen Wand zu visualisieren. Die Wand füllt sich mit bunten Farben: Blumen mit Gesichtern entstehen, Augen, die aus Pflanzen erwachsen, neugierige Linsen, die den Betrachter beobachten, werden auf der Mauer lebendig.

Neugierige Passanten bleiben stehen und stimmen in die Aktion mit ein. Auch sie greifen zu Pinseln und Farben, die man sich an der sogenannten «Paint Bar», der Farbenbar, holen kann. Weitere Motive entstehen: Glühend rote Augäpfel, grüne Pupillen, Brillen mit Beinen, fröhliche oder neugierige Augenpaare. Die Stunden vergehen und die Wand wird bunter.
Mit Schweizer Käse und Schokolade wird der zweite Teil des Events namens #WeSpyNY eingeleitet. Eliane Amherd, Sängerin aus der Schweiz, ansässig in New York, begleitet mit schönen Jazzklängen in die Abendstimmung, die sich langsam über die Stadt legt. Zur entspannten Musik tummeln sich weitere Interessierte. Sie naschen von den Schweizer Köstlichkeiten, beteiligen sich am Wandgemälde, stöbern in einem der Bücher über den Pop-Art-Künstler oder sprechen mit Santhori.

In gemeinschaftlicher Zusammenarbeit sind kreative Ideen zum Thema Beobachtung entstanden. Das Motiv «Beobachtung vs. Überwachung» zieht sich auch in der Ausstellung I Spy With My Bold Eye ... weiter, die am 9. September in der Buddy Warren Gallery eröffnet wird und die nur einige Gehminuten vom Park entfernt liegt.
Mit dem Workshop ist eine generationenübergreifende Veranstaltung gelungen, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sogar eine 92-jährige Frau aus der Nachbarschaft – mit der Kunst zusammengebracht haben.

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