Unterstützung
Sie sind auf Beiträge an die Kita angewiesen? Auf diese acht Punkte müssen Sie achten

Die Reglemente der Gemeinden, welche die Subventionen der Kita-Kosten regeln, unterscheiden sich stark. Das wirkt sich auf die Höhe der Subventionen aus - und somit auch auf das Familienbudget.

Stefanie Garcia Lainez
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CH Media
  1. Kita oder Spielgruppe: Welche Form von Betreuung wünschen Sie?
    Ob Sie Ihr Kind in der Krippe, der Spielgruppe oder in den Tagesstrukturen betreuen möchten, ist entscheidend. Denn die Subventionen fallen unterschiedlich aus.
  2. Ist ein maximaler Tagesansatz im Kita-Reglement festgelegt?
    Nur wenige Gemeinden kennen einen maximalen Tagesansatz. In Freienwil und Leuggern beträgt dieser 95 Franken, in Lengnau und Endingen liegt er zurzeit bei 85 Franken. Ein Kita-Tag kostet die Eltern aber meist 110 Franken pro Tag. Will heissen: Beteiligt sich die Gemeinde beispielsweise aufgrund des Einkommens mit 75 Prozent an den Kita-Kosten, sind dies nicht 75 Prozent von 110 Franken, sondern von maximal 85 respektive 95 Franken.
  3. Legt die Gemeinde eine maximale Anzahl bezahlter Tage fest?
    Die Gemeinden Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Mellikon, Rekingen, Rümikon und Wislikofen zahlen maximal 236 Betreuungstage im Jahr, Böttstein und Klingnau maximal 232 Tage. In Birmenstorf liegt die Grenze bei 250 Tagen, in Killwangen bei 236 Tagen.
  4. Steht Ihr Arbeitspensum im Verhältnis zur Anzahl Betreuungstage?
    In den meisten Reglementen legen die Gemeinden fest, dass sie die Anzahl subventionierter Tage am Arbeitspensum ausrichten: Wenn die Eltern gemeinsam auf ein Pensum von 120 Prozent kommen (respektive Alleinerziehende auf 20 Prozent), ist ein Kita-Tag ihres Kindes subventioniert.
  5. Sind Sie zwar nicht arbeitstätig, aber pflegen Angehörige?
    In zahlreichen Reglementen sind Ausnahmeregeln zu finden. So erwähnen die Krippenpool-Gemeinden Baden, Ennetbaden, Wettingen und Obersiggenthal explizit die Pflege von Angehörigen. In Bellikon ist anspruchsberechtigt, wer sich pflegerisch, sozial und/oder politisch ehrenamtlich engagiert. Wer beim RAV angemeldet ist, erhält fast überall Subventionen. Wenn für die soziale oder sprachliche Integration ein Kita-Besuch angezeigt ist, kann eine Fachstelle wie die Stiftung Netz oder das Sozialamt eine Empfehlung an den Gemeinderat aussprechen.
  6. Wann werden die Subventionsbeiträge ausgezahlt?
    Meistens erhalten die Eltern die Beiträge der Gemeinden monatlich. Einige zahlen die Subventionen gemäss Reglement aber auch viertel- oder halbjährlich aus. Wer nicht so lange auf das Geld warten kann, sollte mit der Gemeinde das Gespräch suchen.
  7. Verfügen Sie über Vermögen?
    Die meisten Gemeinden rechnen 10 oder 20 Prozent des steuerbaren Vermögens auf. Oberrohrdorf reduziert bei einem steuerbaren Vermögen bis 100 000 Franken die Beiträge, darüber hinaus besteht kein Anspruch auf Subventionen mehr. In Lengnau und Endingen liegt die Obergrenze bei 300 000 Franken, in Ehrendingen und Würenlos bei 350 000 Franken.
    Das effektive Vermögen sei in der Regel höher als das steuerbare Vermögen, sagt der Endinger Gemeindeschreiber Daniel Müller. «Wenn jemand also in diesem Umfang vermögend ist, sollte er auch in der Lage sein, die Kosten für die Kinderbetreuung ohne Beitrag der Gemeinde zu leisten.» Spreitenbach, Neuenhof, Fisibach und Siglistorf zahlen keine Beiträge bei steuerbarem Vermögen.
  8. Wie berechnet die Gemeinde das massgebende Einkommen?
    Das massgebende Einkommen ist teilweise sehr unterschiedlich geregelt, was sich stark auf die Höhe der Subventionen in der jeweiligen Gemeinde auswirken. Während Würenlos mit dem steuerbaren Einkommen rechnet, ist es in Gebenstorf das Jahresbruttoeinkommen. Die meisten verwenden die gleiche Berechnungsgrundlage wie der Kanton bei der Krankenkassen-Prämienverbilligung: Sie rechnen auf das steuerbare Einkommen zuvor abgezogene Beträge wie Beiträge an die 2. und 3. Säule oder der Kleinverdienerabzug wieder auf.
So viel zahlt Familie Müller in der jeweiligen Gemeinde.   

So viel zahlt Familie Müller in der jeweiligen Gemeinde.   

Badener Tagblatt