Klingnau
Soll die Fuchsfamilie im Schulareal bleiben dürfen? Das sagt die kantonale Jagdverwaltung

Eine Fähe und ihre Jungen leben zurzeit im Schulbiotop. Das führt zu ungewöhnlichen Begegnungen. Die Gemeinde will gegen die Tiere aber nicht vorgehen. Der Kanton stützt das Vorgehen.

Philipp Zimmermann
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Im Schulbiotop in Klingnau hat sich eine Fähe mit ihren Jungen niedergelassen. Sie kam während der Coronakrise, als hier Stille herrschte. Die Gemeinde will nicht gegen die Tiere vorgehen. Sie hat das Biotop abgesperrt. Die Schule hat Eltern und Kinder informiert und Verhaltensregeln aufgestellt.

«Wir sehen die Anwesenheit der Fuchsfamilie nicht als Problem», sagt Christian Tesini, Fachspezialist von der kantonalen Abteilung Jagd und Fischerei. «Die Füchse machen dort niemanden etwas. Deshalb sehen wir uns als Jagdaufsicht nicht veranlasst, etwas zu unternehmen.»

Ihm sei kein Fall bekannt, bei dem ein gesunder Fuchs einen Menschen gebissen habe. Anders wäre es, wenn die Tollwut noch in der Schweiz grassieren würde. «Doch die ist in der Schweiz ja kein Thema mehr.» Laut dem Bundesamt für Gesundheit ist die Schweiz seit 1998 frei von der Krankheit.

«Wichtig, Abstand zu halten»

Es sei gut und richtig, so Tesini, dass die Schule Eltern und Kinder über Sachlage und Verhaltensregeln informiert hat. «Wichtig ist, dass man Abstand hält, die Tiere nicht füttert und dass man auch keinen Abfall herumliegen lässt», sagt er. «Die Tiere könnten sonst Nahrung im Schulhof finden und sich daran gewöhnen.»

Tesini verweist auf die grosse Fuchsdichte in Städten. «Füchse sind etwa in Zürich längst keine Seltenheit mehr. Das Nahrungsangebot für sie ist dort sehr gross.»

Das junge Füchslein steht auf dem Schulhausbrunnen.
12 Bilder
Das Füchslein trinkt auch das Wasser vom Brunnen.
Das Foto wurde am Sonntag, 24. Mai, nachmittags gemacht.
Ein junger Fuchs tollt auf der Wiese neben dem Biotop.
Das rot-weisse Band macht klar: Zutritt ins Biotop verboten.
Die Gemeinde hat die rot-weissen Bänder anbringen lassen, damit die Fuchsfamilie im Biotop nicht gestört wird.
Von mehreren Seiten gelangt man ins Biotop.
Das ist eine Seite.
Hier eine zweite Seite.
Hier blickt man auf ein Schulhaus mit dem dritten Weg zum Biotop.
Blick vom Schulhaus am Biotop auf das Propsteiareal mit Turnhalle.
Blick vom Schulhausbrunnen auf einen der älteren Pavillons.

Das junge Füchslein steht auf dem Schulhausbrunnen.

Philipp Zimmermann

Mehrere Bewohner aus Klingnau bestätigen der AZ, dass sie in letzter Zeit einen der Füchse des nachts im Städtchen gesehen haben. Sie gehen dort offenbar auf Nahrungssuche. Immer wieder machen Leute den Fehler, Abfallsäcke schon am Abend vor der Kehrichtabfuhr an die Strasse zu stellen. Diese werden über Nacht von Füchsen aufgerissen.

Jungfüchse werden ein neues Revier suchen

Dass einer der junge Füchse fast ohne Scheu und in Anwesenheit von Menschen Wasser vom Schulhausbrunnen trinkt, sei sicher ungewöhnlich. «Wenn er merkt dass die Menschen da sind und keine Gefahr für ihn sind, wird er sich daran gewöhnen.» Für den Menschen könnte das später zu unangenehmen Begegnungen führen. Eine Gefahr gehe deshalb aber nicht von ihm aus.

Ob die Fuchsfamilie trotz des Schullärms bleiben oder sich eine neuen Unterschlupf suchen wird, dazu will Tesini keine Prognose abgeben. «Das wird sich zeigen.» Sicher ist dagegen: Die Jungen werden, wenn sie im Alter von zehn Monaten geschlechtsreif sind, sich ein eigenes Revier suchen müssen. Aktuell dürften sie zirka zwei Monate alt sein. «Ob dann die Fuchsmutter bleibt, ist fraglich.»