Leuggern
Spital erhält weniger Geld pro Fall – wie geht es nun weiter?

Tieferer Arbeitstarif und eingeschränkter Leistungsauftrag machen der Spitalleitung Sorgen. Nun wird das Spital beim Regierungsrat vorstellig.

Angelo Zambelli
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René Huber ist neuer Direktor des Spitals Leuggern.

René Huber ist neuer Direktor des Spitals Leuggern.

Angelo Zambelli

Die Geburtenzahlen im Regionalspital Leuggern schnellen weiterhin in die Höhe – 2013 kamen in Leuggern 570 Babys auf die Welt –, und auch die Patientenzahlen können sich sehen lassen, obwohl sie sowohl bei den stationären als auch bei den ambulanten Patienten leicht rückläufig waren. Sorgen bereiten den Verantwortlichen des Asana-Spitals mit dem neuen Direktor René Huber an der Spitze der schrumpfende Unternehmensgewinn und die deutlich schwierigeren Rahmenbedingungen.

Bei einem Betriebsertrag von 33,7 Millionen Franken resultierte ein Gewinn von 310’000 Franken. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch bei rund 900’000 Franken gelegen. Als Hauptgrund für diesen Rückgang nennen Spitaldirektor René Huber und Finanzchef Erich Wernli die Reduktion des Arbeitstarifes von bisher 9632 auf 9300 Franken. Das bedeutet, dass das Spital für einen stationären Fall von den Krankenkassen weniger Geld erhält als im Vorjahr. Für die Asana-Gruppe mit den Spitälern Leuggern und Menziken bedeutet dies eine Einbusse von 1,8 Millionen Franken.

Zwei Sorgenkinder

Sorgen bereitet dem Spital Leuggern der Leistungsauftrag für die kommenden Jahre. Mit der Aufnahme in die Spitalliste 2015 sei die medizinische Grundversorgung des Zurzibiet sichergestellt, sagt Spitaldirektor René Huber. «Uns stört aber, dass dem Spital Leuggern nicht alle beantragten Leistungsaufträge im Bereich Urologie zugesprochen wurden. Der Auftrag gilt nur für kleinere operative Eingriffe in diesem Fachgebiet. Unser Unglück ist, dass die Leistungsaufträge auf der Basis der Zahlen von 2011 erteilt wurden. Und da befand sich die Urologie im Regionalspital Leuggern gerade im Aufbau.»

Der Verwaltungsrat der Asana-Gruppe hat entschieden, beim Regierungsrat einen Wiedererwägungsantrag zu stellen und gleichzeitig Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht zu führen. Die Spitalleitung hat beim Regierungsrat interveniert und will einen bedingten Leistungsauftrag für die Urologie bewirken, mit dem weiterhin auch grössere Eingriffe vorgenommen werden können.

Bewährte Standbeine

Neben diesen beiden Problemfeldern gibt es auch eine Menge positiver Nachrichten. Neu im Leistungsauftrag enthalten ist die Akut-Geriatrie (Altersmedizin), was dem Regionalspital Leuggern den Aufbau eines neuen Fachgebiets ermöglicht. Wichtige und bewährte Standbeine waren im Betriebsjahr 2013 die Gynäkologie mit neuen Rekordzahlen und die Orthopädie und die Urologie. «Das Regionalspital Leuggern geniesst bei der Bevölkerung nach wie vor eine hohe Akzeptanz und ist aus der medizinischen Grundversorgung nicht mehr wegzudenken», sagt Direktor René Huber, Nachfolger des auf Ende 2013 als Direktor des Spital Leuggern zurückgetretenen Alfred Zimmermann.

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