Strafverfahren
Der Blitzerdieb von Leibstadt bleibt ein Phantom – was die Kantonspolizei bei Kontrollen geändert hat

Vor drei Jahren sorgte der Diebstahl von Blitzerteilen während einer Geschwindigkeitskontrolle in Leibstadt für Aufsehen. Falls nicht Kommissar Zufall Hilfe leistet, wird der Fall wohl ungeklärt bleiben.

Philipp Zimmermann
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So berichtete TeleM1 vor drei Jahren über den Diebstahl.

Die Hauptstrasse zwischen Leibstadt und Schwaderloch ist lange und übersichtlich und weist nur eine leichte Krümmung auf. Regelmässig geben hier Temposünder Gas. Kein Wunder also, dass auch die Kantonspolizei Aargau hier immer mal wieder eine Geschwindigkeitskontrolle vornimmt. So geschehen auch am späten Nachmittag des 25. April 2018: Ein Radargerät blitzte die Temposünder am Strassenrand, in einer Nische mit einem Brunnen am Waldrand. Ein Beamter überwachte die Technik in seinem Streifenwagen. Von der Strasse aus konnte man ihn nicht erkennen. Ihm selbst war aber die Sicht auf das Radargerät durch Bäume und Gebüsch versperrt.

Diese Situation nutzte ein Dieb aus: Er klaute Teile des Radargeräts: die Funkfotoeinrichtung, zu der eine Kamera gehört, sowie die Blitzeinheit. Das eigentliche Radargerät, welches das Tempo misst, nahm der Dieb dagegen nicht an sich. Auch die Daten zu den Temposündern gingen keineswegs verloren. Dabei hatte der Unbekannte viel Glück: Das Geschwindigkeits-Messgerät war eigentlich diebstahlgesichert. Doch der Alarm ging nicht los, als der Langfinger zugriff. Es war ein technischer Defekt.

Das Strafverfahren ist auf Eis gelegt

Nachdem der Fall damals für Schlagzeilen sorgte, ging er in Vergessenheit. Wurde der Dieb jemals ermittelt? Offenbar nicht, wie Alex Dutler, Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärt: «Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach sistierte die Strafuntersuchung gegen die unbekannte Täterschaft im Jahre 2018, nachdem die vorhandenen Ermittlungsansätze ohne Ergebnis geblieben waren.»

Gab es bei der Kantonspolizei eine neue Weisung, um einen solchen Diebstahl in Zukunft zu verhindern? «Gestützt auf diesen Vorfall befindet sich das Messgerät seither ausschliesslich auf Sichtdistanz des Polizisten, der dieses bedient», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei.

20'000 Franken kostete die Ersatzbeschaffung

Auch heute bediene ein einzelner Polizist bei solchen sogenannten halbautomatischen Geschwindigkeitskontrollen das Messgerät. Das habe sich bewährt, so Graser weiter. «Die Ursache für die fehlende Alarmierung konnte nicht zweifelsfrei eruiert werden. Wir vermuten einen Unterbruch der internen Stromquelle bei der Funkfotoeinrichtung.»

Die Kantonspolizei verfügt heute nach wie vor über zwei Geräte für halbautomatische Geschwindigkeitskontrollen. Der Ersatz der gestohlenen Elemente kostete 20'000 Franken. Nachahmer fand der Blitzerdieb von Leibstadt offenbar nicht, zumindest im Kanton Aargau. «Der Diebstahl in Leibstadt blieb glücklicherweise ein Einzelfall», sagt Bernhard Graser.

Welche Strafe droht dem Blitzerdieb? Das sagt ein Rechtsexperte.

TeleM1