Tegerfelden
1,58 Franken für einen Liter Diesel: So funktioniert die Preispolitik der günstigsten Tankstelle im Aargau

Die Kreiseltankstelle in Tegerfelden hebt sich preislich von der Konkurrenz markant ab. Der Inhaber erklärt, wie seine Rechnung trotzdem aufgeht.

Daniel Weissenbrunner
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Adresse für Schnäppchenjäger: Die Kreiseltankstelle am Ortsausgang in Tegerfelden.

Adresse für Schnäppchenjäger: Die Kreiseltankstelle am Ortsausgang in Tegerfelden.

Ann-Kathrin Amstutz

Der grosse Ansturm sei bisher ausgeblieben, sagt Arnold Mühlebach. «Wir müssen wir noch einige Tage abwarten, um festzustellen, ob es tatsächlich einen Effekt gibt.» Mühlebach ist der Inhaber der Kreiseltankstelle in Tegerfelden. Gemäss einer Übersicht in der «Aargauer Zeitung» vom Samstag bietet er im Kanton den günstigsten Diesel an. Für einen Liter zahlen die Kunden bei ihm 1.58 Franken. Damit sind die Zapfsäulen am Ortsausgang Richtung Bad Zurzach satte 26 Rappen günstiger als die teuerste, die A1-Raststätte in Würenlos.

Im internationalen Vergleich hinkt die Zapfstelle in Tegerfelden dennoch hinterher. Die Schweiz ist auch beim Benzin und dem Diesel eine Hochpreisinsel. Im europäischen Schnitt steht sie beim Diesel gar auf Rang eins. In der aktuellsten Übersicht des Touringclub Schweiz (TCS) vom Juli, liegt der Preis für einen Liter Diesel hierzulande bei durchschnittlich 1.82 Franken. Zum Vergleich: In Deutschland kostet die gleiche Menge 1.46 Franken, in Litauen, dem günstigsten Land, 1.23 Franken.

Grosser Konkurrenzkampf im grenznahen Gebiet

Wie ist es aber möglich, dass Arnold Mühlebach den Treibstoff derart markant günstiger als die umliegende Konkurrenz anbieten kann? «Genau deswegen», sagt der 71-Jährige, der seine erste Tankstelle vor über 40 Jahren, ebenfalls in Tegerfelden in Betrieb nahm. «Der Konkurrenzkampf im Zurzibiet mit der Nähe zu Deutschland ist riesig.» Mühlebach erklärt, dass er die geringeren Einnahmen pro Liter über die Frequenzen wettmachen kann. Zu seiner Hauptkundschaft zählen nebst den lokalen Kunden vornehmlich Automobilistinnen und Automobilisten aus dem Kanton Zürich, aus Schaffhausen und aus Deutschland.

Der Benzinpreis setzt sich in der Schweiz aus drei Hauptblöcken zusammen: Beschaffungskosten am internationalen Erdölmarkt inklusive Fracht zur Schweizer Grenze, den Vertriebskosten sowie die staatlichen und öffentlich-rechtlichen Abgaben, die laut Avenergy Suisse mehr als die Hälfte ausmachen.

Preisaufschlag in den nächsten Tagen denkbar

An der staatlichen Politik stört sich Arnold Mühlbach nicht nur wegen der Abgaben. Er kritisiert, dass durch die erlaubte Beimischung von Ethanol von bis zu sieben Prozent die Brennkraft reduziert wird. «Was vielen Leuten nicht bewusst ist und ihnen auch nicht erklärt wird», sagt er.

Arnold Mühlebach selber verzichtet auf dieses Streckmittel. Er nimmt für sich in Anspruch, dass er reinen, hochwertigen Treibstoff anbietet. Damit kaufe er das Benzin und den Diesel zwar teurer ein und nehme dadurch Abstriche in Kauf. «Ich will den Kunden aber beste Qualität zu einem anständigen Preis anbieten.» Gleichwohl überlegt er sich, den Preis in den kommenden Tagen um ein bis zwei Rappen anzuheben.

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