Rekingen
Vandalen werfen «fixen Blitzer» um – Künstler Santhori: «Damit musste ich rechnen»

Die Radarfallen-Skulptur von Künstler Santhori wurde im Garten seines Ateliers von Unbekannten umgeworfen. Ob sie nochmals aufstellt wird, ist offen.

Daniel Weissenbrunner
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Der bunte Blechpolizist wurde in Abwesenheit des Künstlers beschädigt.

Der bunte Blechpolizist wurde in Abwesenheit des Künstlers beschädigt.

Leserbild

Als erster «fixer Blitzer» im Kanton geriet der bunte Blechpolizist auf dem Grundstück des Sodi-Kindergartens in Rekingen vor einigen Wochen in die Schlagzeilen. Aufgestellt hatte ihn Santhori, ein Künstler, der mit früheren Aktionen schon für Aufsehen sorgte. Die Radarfalle beschäftigte auch die Behörden. Die Gemeinde Rekingen verlangt für die kunstvoll verhüllte Attrappe die Einreichung eines Baugesuchs.

Die Skulptur des Pop-Art-Künstlers aus dem Zurzibiet steht, laut Gemeinde, zu nahe an der Kantonsstrasse und ausserdem in einer Grünzone. Santhori seinerseits gab sich gelassen und gedenkt nicht, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Er werte es als Erfolg, wenn die Skulptur einige Monate stehen bleiben könnte. Dass das provokative Objekt in Rekingen und in Bad Zurzach nicht allen passt, hat sich nun am Wochenende gezeigt. Vandalen sind einem möglichen Beschluss zuvorgekommen. Unbekannte haben den «Blitzer» umgeworfen und beschädigt. Wann der Vorfall genau passierte, ist nicht näher bekannt. Bei der Kantonspolizei sei keine Meldung eingegangen, sagt Sprecher Roland Pfister.

Der erste «fixe Blitzer» im Aargau
7 Bilder
Guerilla-Aktion: Santhori (l.) und Walter Wäschle verhüllten 2016 beim Walcheplatz in Zürich eine echte Radarfalle.
Punkt 10 Uhr schritten die Guerilla-Künstler zur Tat.
Der Blechpolizist war in wenigen Minuten verhüllt.
So sah die Radarfalle unverkleidet aus.
Was sich wohl die Autofahrer beim Anblick der Skulptur gedacht haben?
Architekt Walter Wäschle und Santhori, der in Wipkingen aufgewachsen ist, vor dem verkleideten Blechpolizisten.

Der erste «fixe Blitzer» im Aargau

ZVG

Santhori selbst vom Vandalenakt nichts mitbekommen, wie er auf Anfrage mitteilt. Er weilt die ganze Woche aus familiären Gründen in der Innerschweiz. «Nach den vielen Reaktionen musste ich fast damit rechnen, dass so etwas passieren könnte», sagt er. Es sei nicht das erste Mal, dass eines seiner Kunstobjekte beschädigt werde. Vor einigen Jahren wurden Skulpturen von ihm bereits verunstaltet und besprayt. «Es gibt offensichtlich Leute, die eine schlechte Beziehung zur Gegenwartskunst haben», sagt der 68-Jährige. Der Vorfall löst bei ihm Kopfschütteln aus. Trotzdem verzichtet er auf eine Anzeige.

Tage ohnehin gezählt

Ob er den «Blitzer» nochmals aufstellen wird, lässt er offen. Nach seiner Rückkehr will er die Lage beurteilen und dann entscheiden. Möglicherweise löst sich der Fall von alleine. Falls die Skulptur ohne Bewilligung stehen bleibt, würde der Gemeinderat Rekingen mutmasslich zum Mittel der Verfügung greifen. In diesem Fall wird eine Frist zum Abbau gesetzt. Würde diese nicht eingehalten, würde man die Demontage veranlassen.