Vogelpark Ambigua geht in die Hände einer Stiftung über

Rolf Lanz will sicherstellen, dass es auch einmal ohne ihn mit der Zucht und dem Schutz für Papageien weitergeht.

Dennis Kalt
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Seine Passion gilt den Vögeln: Betriebsleiter Rolf Lanz und sein Gelbbrustara.

Seine Passion gilt den Vögeln: Betriebsleiter Rolf Lanz und sein Gelbbrustara.

Bild: dka (12.10.17)

Zeihen Seit 2015 betreibt Rolf Lanz im Vogelpark Ambigua für Papageien Zucht und Artenschutz. Angefangen mit 170 Vögel und 32 Arten ist sein Papageien-Domizil mittlerweile auf über 70 Arten und knapp 400 Vögel angewachsen. Nun hat der 70-Jährige entschieden, per Ende Jahr seinen Vogelpark in die Hände einer Stiftung zu geben. «Schliesslich muss das Projekt, wenn ich einmal nicht mehr bin, weitergehen», sagt Lanz, der den Stiftungsrat präsidieren und weiter das operative Geschäft des Vogelparks leiten wird, «solange ich laufen kann».

Spurlos ging die Corona-Pandemie auch nicht an dem Vogelpark vorbei – im Gegenteil: Die Zwangsschliessung im April und Mai, den beiden besucherstärksten Monaten, war ein herber Schlag. «In diesen Monaten hätten wir rund 60 Führungen gehabt», sagt Lanz. Damit fiel die überlebenswichtige Rücklagenbildung für den Winter weg. Denn auch in der kalten Jahreszeit, wenn der Park für die Besucher geschlossen ist, wollen die Vögel täglich gefüttert, gepflegt und beschäftigt werden.

Doch trotz des massiven Wegfalls an Einnahmen blickt Lanz relativ gelassen den nächsten Monaten entgegen. Grund hierfür ist die grosse Welle der Solidarität, die der Vogelpark in den letzten Wochen erfuhr. Rund 30000 Franken an Spenden kamen zusammen, nachdem Tele M1 über das Schicksal des Vogelparks berichtet hatte. «Diese Solidarität hat mich einfach umgehauen und sprachlos gemacht. Es kamen viele Leute persönlich vorbei und gaben mir Couverts mit Geld», sagt Lanz, der nachschiebt, dass damit der Betrieb bis Ende Jahr gesichert sei.

Öffnen wird Lanz seinen Vogelpark für die Besucher am 10. Juni – kurz nachdem voraussichtlich die 3. Etappe der Lockerungen in Kraft tritt. «Wir haben eine Parkfläche von rund 1000 Quadratmetern. Da haben wir mit der Abstandseinhaltung keine Probleme. Die Besucher verteilen sich ja gut auf dem grossflächigen Gelände», sagt Lanz.

Kein Gratisdienst mehr für die Kantone

Lanz nimmt zusammen mit der Auffangstation für Papageien in Matzingen TG auch Tiere auf, die von den Kantonen beschlagnahmt werden. Rund 350 Tiere seien es in den letzten fünf Jahren gewesen, so Lanz. Eine Vergütung von den Kantonen erhalte er dafür jedoch nicht. «Wir werden durch die Kantone beschlagnahmte Vögel nur noch dann aufnehmen, wenn wir für deren jahrelange Betreuung eine finanzielle Unterstützung erhalten», sagt Lanz. So werden Papageien bis zu 60 Jahre alt und die Haltungskosten pro Jahr für ein Tier betragen rund 900 Franken.

In einem Brief an das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat er seine Forderung entsprechend formuliert. Die Antwort erwartet er bis Ende Mai.