Bad Zurzach
Von Bambussocken und sparsamen Besuchern

Über 100 Aussteller verwandelten den Marktflecken in Bad Zurzach in ein Weihnachtsdorf. Die Leute würden aber immer weniger kaufen, beklagte eine Marktfrau.

Irene Hung-König
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Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Der Adventsmarkt in Bad Zurzach verzeichnete weniger Besucher als auch schon.
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Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Knoblibrot, Hot Dogs und Brezel wurden an diesem Stand weihnachtlich beleuchtet.
Weihnachtsdorf Bad Zurzach
Weihnachtsdorf Adventsmarkt in Bad Zurzach Schmucker Stand.
Weihnachtsdorf Adventsmarkt in Bad Zurzach Blick in die Küche der "Jagdgesellschaften rund um den Achenberg".
Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Die Fischereivereine Zurzach und Koblenz hatten Zanderfilets im Angebot.
Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Spätzli und Fleisch wurden direkt vor Ort zubereitet.
Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Die Besucher trafen sich bei der Wiler Trotte zur Weindegustation.
Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Nach zwei Jahren Unterbruch war auch Alexandra Kappeler mit ihren Töpferwaren wieder am Zurzacher Weihnachtsmarkt vertreten.
Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Das "kleine Restaurant" der Jagdgesellschaften war gut besucht.
Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Der bunte Süssigkeiten- und Spielzeugstand lockte die Kinder an.

Weihnachtsdorf in Bad Zurzach Der Adventsmarkt in Bad Zurzach verzeichnete weniger Besucher als auch schon.

Irene Hung-König

Das zweite Adventswochenende in Bad Zurzach stand ganz im Zeichen des Weihnachtsmarktes. Über 100 Aussteller boten im Zurzacher Zentrum in ihren schmucken Holzhäuschen Weihnächtliches, aber auch Praktisches an, so zum Beispiel Winterkleider, farbige Mützen, Schals, Handschuhe oder Socken. Aus Bambus-Zellstoff sind diejenigen, die Anna und Ueli Busslinger an ihrem Stand anbieten. «Die Socken sind angenehm zu tragen und schneiden nicht ein», erklärt die routinierte Marktfrau, die während des ganzen Jahres an Märkten präsent ist. «Es ist ein Zigeunerleben», sagt sie und lacht.
Wegen des stürmischen Wetters seien allerdings noch nicht viele Kunden unterwegs. Auch würden die Leute immer weniger kaufen. Sie hätte hier früher jeweils eine extra Weihnachtsecke eingerichtet, doch das könne sie sich inzwischen sparen. Das Ganze werde kaum beachtet.
An einem Stand mit grünen und weissen Kerzen, süssen Engelsanhängern und Samichläusen, vertritt eine Frau ihre Tochter. Auch sie klagt über fehlende Kundschaft. «Es ist logistisch nicht sehr geschickt, wenn am selben Wochenende auch in Baden und Bremgarten Adventsmärkte stattfinden», meint sie. Gleich nebenan preist eine Marktfrau ihren «Frucht-Balsamico» für Salate, Desserts und Saucen an. Und vor dem «Casa del fine» lockt eine herzhafte Gerstensuppe, die gemütlich im Holzhüttli auf Strohbällen sitzend, genossen werden kann.
Wildschwein von den Jägern
Das kulinarische Angebot am Weihnachtsmarkt lässt sich wahrlich sehen: Bratwürste, Crêpes, Zanderfilets, Pommes Frites, Raclette und für die Süssen frisch zubereitete Ofenchüechli oder Berliner der Bäckerei Maier. Wem es zu kalt ist, der findet im Café der Bäckerei ein warmes Plätzchen. Die pikante Rüebli-Ingwersuppe eignet sich bestens zum Aufwärmen.
Die Kinder zieht es derweil an den grossen mit Süssigkeiten prall gefüllten Stand am Platz des Verena Münsters, an dem auch «Tête de chocos» in diversen Varianten zu haben sind. Gut besetzt ist das «kleine Restaurant» der «Jagdgesellschaften rund um den Achenberg». Hier werden vor den Augen der Gäste die Spätzli angebraten und dazu Wildschwein- oder Rehgeschnetzeltes serviert. Gleich vis-à-vis wird der «Waldgeister Forst-Trunk» als Wein, Glühbier oder alkoholfreier Punsch ausgeschenkt.
Samichlaus und Guggemusik
«Heissi Marroni» tönt es vom Stand der Guggenmusik «Se Barzlis». Ihre offene Bar wird von einer Plane überdeckt, die allerdings zwischendurch wegen des starken Windes wieder festgezurrt werden muss. Gemütlich haben sie es trotzdem, die Fasnächtler und ihre Gäste, die sich mit dem Kultgetränk «Glögg» zuprosten.
Nach zwei Jahren Unterbruch ist Alexandra Kappeler mit ihren Töpferwaren wieder am Zurzacher Weihnachtsmarkt. Sie war zweimal am Grossmarkt in Zofingen und freut sich, dass sie nun auch hier ihre Fackeln gut verkaufen kann. Das Spezielle daran: Das Feuergel wird direkt im Tongefäss entzündet, im Strohfeuer wird das Gefäss geschwärzt — es entstehen Muster darauf.
In der Zwischenzeit haben sich auch der Samichlaus und der Schmutzli unter die Marktbesucher gemischt. Die beiden hören sich die Verse der Kinder an, verteilen Mandarinen und Nüsse und werden ein ums andere Mal zum Foto-Shooting gebeten.