Bad Zurzach
Wachstumsschub durch «Saline»:Flecken soll bis zu 170 neue Wohnungen erhalten

Das Mitwirkungsverfahren für den Gestaltungsplan «Saline» hat begonnen. Das Bauvorhaben wird bis zu 170 Wohnungen und zwei Gewerbebauten umfassen.

Louis Probst
Drucken
Teilen
Ammann Reto S. Fuchs (rechts) unterstreicht die Wichtigkeit des Projekts.

Ammann Reto S. Fuchs (rechts) unterstreicht die Wichtigkeit des Projekts.

Vor rund fünf Jahren hatte die Lorzengrund Immobilien AG (Cham), eine Tochtergesellschaft der ins Umfeld von VZ Zug und Cham Paper Group gehörenden Dax-Holding-Gruppe, ein rund 20'000 Quadratmeter messendes Grundstück am nordwestlichen Siedlungsrand von Bad Zurzach erworben. Das Grundstück, das an die Salzturm-Überbauung anschliesst, liegt in der Wohn- und Gewerbezone und ist mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt.

Inzwischen sind die Planungsarbeiten so weit fortgeschritten, dass der Gestaltungsplan «Saline» ins Mitwirkungsverfahren gehen kann. Am Montag ist der Gestaltungsplan an einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt worden. Das Interesse der Bevölkerung hielt sich allerdings sehr in Grenzen.

Barbara Gloor von der Metron Raumentwicklung AG (Brugg) zeigte den bisherigen Planungsprozess auf. Aufgrund der planungsrechtlichen Vorgaben für das Grundstück – hohe architektonische Qualität, maximal fünf Vollgeschosse sowie mindestens 30 Prozent Gewerbeanteil – ist ein Richtprojekt ausgearbeitet worden, das sechs Wohn- sowie zwei Gewerbebauten vorsieht und das als Grundlage für den Gestaltungsplan dient.

«Die Nachbarschaft ist geprägt durch die Überbauung Salzturm», stellte Architekt Paul Unseld (Naef Partner AG Architekten, Zürich) fest. «Wir haben daher das Muster der Gartensiedlung ‹Salzturm› übernommen.» (Für die ebenfalls Naef Partner AG Architekten verantwortlich gezeichnet hat.) Grundelemente der Überbauung «Saline» sind ein Quartierplatz, um den die Wohnbauten angeordnet sind, sowie eine Weiterführung der «Grünachsen» der Gartensiedlung «Salzturm». «Der Quartierplatz», so Pascal Schnüriger (SKK Landschaftsarchitekten AG, Wettingen), «soll ein generationenübergreifender Treffpunkt sein».

Das Wohnungskonzept sieht zwei Haustypen mit fünf oder sechs Wohnungen pro Geschoss vor, die um einen zentralen Erschliessungstrakt angeordnet sind. Die Wohnungen – mit 21⁄2 bis 41⁄2 Zimmern – werden alters- und behindertengerecht sein. Je nach Wohnungsmix sind 160 bis 170 Wohnungen möglich.

Erste Etappe 2019

Die Wohnbauten mit je fünf Geschossen und Attikas werden im Minergie- oder einem gleichwertigen Standard erstellt. Erschlossen wird die Siedlung «Saline» von Norden, von der Wasenstrasse her. Die Gewerbebauten, die den Abschluss der Wohnsiedlungen bilden, werden dank zentralen Vertikalerschliessungen eine grosse Vielfalt von Nutzungen im Bereich Dienstleistung und Handel ermöglichen. Die Erschliessung erfolgt über eine bestehende Stichstrasse.

Bei der Bauherrschaft und den Planern geht man davon aus, dass bis Ende dieses Jahres der Gestaltungsplan «Saline» genehmigt ist und anschliessend das Bauprojekt ausgearbeitet werden kann. «Die Realisierung», so Claude Ebnöther von der Lorzengrund Immobilien AG, «wird in drei Etappen erfolgen.» Vorgesehen ist, dass in der ersten Etappe, Mitte 2019, zwei Wohnhäuser mit Eigentumswohnungen erstellt werden.

«Wir brauchen Wachstum»

Die Wohn- und Gewerbeüberbauung «Saline» kommt zweifellos den Bestrebungen des Gemeinderates zur Entwicklung des Kurfleckens entgegen. «Uns hat nicht die Bauwut gepackt», betonte Gemeindeammann Reto S. Fuchs. «Aber wir brauchen Wachstum, wenn Bad Zurzach ein ländliches Zentrum bleiben soll. Dieses Wachstum muss jedoch qualitativ gut sein.» Reto S. Fuchs wies dabei auch auf den kantonalen Richtplan hin, in dem Bad Zurzach sowohl als Wohn- als auch als Entwicklungsschwerpunkt figuriert.

Aktuelle Nachrichten