Döttingen
Wegen Referendum: Gippinger Sanitärfirma verzichtet auf Neubau

Das Gippinger Unternehmen Vögele Heizung Sanitär AG will die Pfyfferwiese nun doch nicht mehr kaufen. Dies weil ein Referendum droht. Nun könnte der Urnengang zur Farce geraten.

Angelo Zambelli
Drucken
Die Wiese zwischen dem Bauamt (links) und der Hess & Cie. AG ist wieder zu haben. Andrea Ebneter

Die Wiese zwischen dem Bauamt (links) und der Hess & Cie. AG ist wieder zu haben. Andrea Ebneter

In Döttingen überschlagen sich die Ereignisse: Die Gemeindeverwaltung gab bekannt, dass die Vögele Heizung Sanitär AG mit Sitz in Gippingen ihr Kaufangebot für die Pfyfferwiese, eine 5338 Quadratmeter grosse Parzelle zwischen der Sperrholzfabrik Hess und dem Feuerwehrmagazin/Bauamt, zurückgezogen hat. Gleichentags reichten die Initianten des Referendums gegen den an der Gemeindeversammlung vom 23. November beschlossenen Landverkauf rund 330 Unterschriften auf der Gemeindekanzlei ein. Nötig gewesen wären 196 Unterschriften. Bleibt es bei der Absage des Kaufinteressenten und einigen sich Gemeinderat und Referendums-Initianten nicht auf eine Sistierung des Verfahrens, wird der Urnengang zum Verkauf der Pfyfferwiese am 3. März zur Farce.

Doch damit nicht genug: In den Leserbriefspalten der Lokalzeitung «Die Botschaft» duellieren sich die Interessengemeinschaft «Pro Fusion» mit den Gegnern des Zusammenschlusses mit Klingnau in teils unschöner Weise.

Planungsunsicherheit gab Ausschlag

Michael Vögele begründet seinen Entscheid gegenüber dem Gemeinderat und gegenüber der Aargauer Zeitung mit der durch die Referendumsankündigung entstandene Planungsunsicherheit. Seine Firma benötige dringend mehr Platz und könne mit der Planung zusätzlicher Räumlichkeiten nicht zuwarten. Verhandlungen für den Kauf einer anderen Parzelle in der Region seien bereits aufgenommen worden, sagt Vögele. Der Gemeinderat seinerseits bedauert, dass das Projekt nicht in Döttingen realisiert werden kann. Im Vorfeld der Gemeindeversammlung hatte die Exekutive stets betont, dass ihm die Förderung des Gewerbes ein wichtiges Anliegen sei.

Geplant war der Bau eines Gebäudes, in dem nicht nur Platz für die Bauherrin Vögele AG geschaffen worden wäre, sondern auch für weitere Handwerker und Detaillisten. Im dritten Stockwerk wären Wohnungen erstellt worden.

«Zu tiefer Preis für das Filetstück»

Die Gegner des Landverkaufs stellen sich auf den Standpunkt, mit der Veräusserung der Pfyfferwiese zu einem Quadratmeterpreis von 250 Franken werde das Filetstück der Gemeinde verschenkt. Die Parzelle gegenüber dem Döttinger Bahnhof sei die wertvollste Landreserve, die Dötttingen noch besitze. Die Referendums-Initianten verweisen ausserdem darauf, dass die Gippinger Firma ihre neuen Räumlichkeiten auch im Gewerbegebiet Vorhard realisieren könnte. In einer Stellungnahme zur Argumentation der Gegner des Landverkaufs bezeichnete der Döttinger Gemeindeammann Peter Hirt den Quadratmeterpreis von 250 Franken als marktgerecht, «weil es sich um Gewerbeland handelt und nicht um Land in einer Wohnzone.»

Für Gemeindeammann Peter Hirt zeigt die jüngste Entwicklung, «dass es einige Döttingerinnen und Döttinger immer noch nicht begriffen haben, worum es geht.» Mit derartigen Aktionen werde die Entwicklung der Gemeinde für längere Zeit blockiert, sagt Hirt. «Wenn es in diesem Stil weitergeht, wird Döttingen im Konkurrenzkampf mit anderen Gemeinden zunehmend an Boden verlieren».

Aktuelle Nachrichten