Zurzibiet
Eine Region mit über 23'000 Menschen: Spitex-Grossfusion befindet sich auf der Zielgeraden

Vor fünf Jahren planten die Spitex-Vereine Surbtal-Studenland und Zurzach schon einmal einen Zusammenschluss. Dieser scheiterte. Jetzt soll per 1. Januar 2023 die Fusion doch noch erfolgen.

Daniel Weissenbrunner
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Aus zwei mach eins: Die Spitex-Vereine Zurzach und Surbtal-Studenland sollen in eine gemeinsame Zukunft gehen. Die beiden Standorte Zurzach und Ehrendingen (im Bild) werden beibehalten.

Aus zwei mach eins: Die Spitex-Vereine Zurzach und Surbtal-Studenland sollen in eine gemeinsame Zukunft gehen. Die beiden Standorte Zurzach und Ehrendingen (im Bild) werden beibehalten.

Daniel Weissenbrunner

2017 prüfte eine Arbeitsgruppe bereits einmal den Zusammenschluss der Spitex-Vereine Bad Zurzach und Surbtal-Studenland. 17 Gemeinden wären damals davon betroffen gewesen. Sie wäre zur grössten Organisation im Aargau geworden. Die Mitglieder lehnten die Fusion aber ab. Die Begründung: Dringlichkeit und der Nutzen seien nicht gegeben.

Inzwischen ist die Welt eine andere. Der Fachkräftemangel macht auch den Spitex-Vereinen zu schaffen. «Bis jetzt hatten wir Glück und konnten den Bedarf abdecken», sagt Rebecca Spirig. Die Gemeinderätin aus Endingen leitet die Projektgruppe für den Zusammenschluss ad interim. «Aber es wird zunehmend schwieriger.»

Fachkräftemangel abfedern und Synergien nutzen

Rebecca Spirig leitet die Projektgruppe zur Zusammenführung der Spitex-Vereine.

Rebecca Spirig leitet die Projektgruppe zur Zusammenführung der Spitex-Vereine.

zvg

Spirig weiss, wovon sie spricht: Sie ist emeritierte Titularprofessorin für Pflegewissenschaft an der Universität Basel. Sie war ausserdem in verschiedenen Führungsfunktionen tätig, unter anderem als Direktorin Pflege am Universitätsspital Zürich. Werde der Pflegeberuf nicht attraktiver, drohe ein Notstand.

Mit der geplanten Fusion will man diesem Problem entgegenwirken. «Der zunehmende Fachkräftemangel soll mit dem Zusammenschluss abgefedert und Synergien optimaler genutzt werden», sagt Spirig. Rund 54 Fachkräfte werden die Spitex-Dienstleistungen im neuen Gebilde anbieten, das sich über ein Gebiet von zehn Gemeinden mit rund 16'000 Personen erstreckt.

Fünf Gemeinden mit neuem Einzugsgebiet

Die vorgesehene Neuausrichtung hat auch einen politischen Hintergrund: Fünf Gemeinden (Baldingen, Böbikon, Kaiserstuhl, Rümikon und Wislikofen), die von der Spitex Surbtal-Studenland betreut werden, gehören neu zum Gemeindegebiet der Fusionsgemeinde Zurzach und damit zum Einzugsgebiet der Spitex Zurzach.

Rebecca Spirig, die seit rund einem Jahr mit der Projektgruppe die Heirat vorbereitet, ist zuversichtlich, dass es dieses Mal klappen wird. «Die Stimmung an den Informationsveranstaltungen im Frühling war durchwegs positiv.» Im September werden die Mitglieder der beiden Vereine schliesslich an ihren ausserordentlichen Generalversammlungen über den Zusammenschluss entscheiden, dieser würde per 1. Januar 2023 erfolgen.

Neu eine gemeinnützige Aktiengesellschaft

Mit der neuen Organisation würde sich auch die Geschäftsform ändern. Die beiden Spitex-Vereine sollen in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft überführt werden. Die Projektgruppe und die Gemeinderäte sind zum Schluss gekommen, dass der Verein nicht mehr die geeignete Rechtsform für den Betrieb der Spitexorganisation ist. Durch die neue Struktur könne die Führung des operativen Betriebes flexibel auf die Bedürfnisse des Einzelfalls angepasst werden, der effiziente Entscheidungswege zulasse.

Noch unklar ist, wie der Name der neuen Organisation lauten soll. «Das sei derzeit Gegenstand von Abklärungen», sagt Rebecca Spirig. Offen ist auch, aus wie vielen Personen der Verwaltungsrat und Vorstand bestehen wird. Klar ist hingegen, wer die Leitung übernimmt. Die Vereinsvorstände von Spitex Surbtal-Studenland und Spitex Bad Zurzach haben Gabriel Bürgisser zum Geschäftsleiter gewählt. Bürgisser ist aktuell noch Vorsitzer der Geschäftsleitung der Spitex Surbtal-Studenland.

Für die Klientinnen und Klienten soll mit der Fusion auch in Zukunft die Pflege, Betreuung und Beratung professionell und verlässlich angeboten werden, heisst es. Auch die beiden Standorte Zurzach und Ehrendingen bleiben erhalten.