Baden
Umstrittener Blitzer bringt pro Monat fast 100'000 Franken ein – weshalb es zur neusten Panne kam

Die Verantwortlichen äussern sich zum Blechpolizisten, der am Samstag im Sekundentakt aufleuchtete. Dass es zu technischen Problemen komme, sei normal: «Das passiert in Zürich bestimmt auch.»

Pirmin Kramer

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Ununterbrochen blitzte der Blechpolizist auf der Gstühl-Kreuzung in Baden am vergangenen Samstag. Selbst dann, wenn gar keine Autos durchfuhren:

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Baden
Umstrittener Blitzer bringt pro Monat fast 100'000 Franken ein – weshalb es zur neusten Panne kam

Die Verantwortlichen äussern sich zum Blechpolizisten, der am Samstag im Sekundentakt aufleuchtete. Dass es zu technischen Problemen komme, sei normal: «Das passiert in Zürich bestimmt auch.»

Pirmin Kramer

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Ununterbrochen blitzte der Blechpolizist auf der Gstühl-Kreuzung in Baden am vergangenen Samstag. Selbst dann, wenn gar keine Autos durchfuhren:

Alex Spichale

Nun steht fest, warum die Verkehrsüberwachungsanlage nicht richtig funktioniert hat: «Grund war ein Softwarefehler», sagt Stadtpolizei-Chef Martin Brönnimann auf Anfrage. «Der Blitzer hat ausgelöst, aber nicht fotografiert», hält er weiter fest. Die Störung sei zusammen mit der zuständigen Firma behoben worden.

Bereits im vergangenen Herbst gab es Probleme: Ein Pfosten stand der Anlage im Weg, die Temposünder und jene büsst, die bei Rot über die Kreuzung fahren. Rotlicht-Missachter konnten nicht zur Kasse gebeten werden. Der Radar wurde umpositioniert.

Obschon die Anlage seit der Inbetriebnahme im Juli nicht immer wie gewünscht funktionierte, ist sie betreffend Finanzen «auf Kurs», wie es der Kommandant der Stadtpolizei formuliert. 680'000 Franken brachte die Verkehrsüberwachungsanlage in den sieben Monaten zwischen dem 1. Juli 2020 und dem 31. Januar 2021 ein. Zum Vergleich: Für die zwölf Monate des laufenden Jahres sind Einnahmen von 845'000 Franken budgetiert – ein Wert, der erreicht werden dürfte, falls sich am Fahrverhalten nichts ändert.

Nach der neuerlichen Panne vergangenes Wochenende wurde Kritik laut: Der Blitzer mutiere zum Sicherheitsrisiko, schrieb Stefan Huwyler, Präsident der Aargauischen Verkehrskonferenz. Dies, weil manche Autofahrerinnen und Autofahrer wegen der Dauerblitzerei irritiert waren. Man sollte das Projekt überdenken, bevor noch mehr Fehlinvestitionen getätigt werden, forderte Huwyler.

Reparaturen waren bisher Garantiefälle

Doch für Matthias Gotter, Stadtrat (CVP) und Sicherheitsvorsteher, gibt es keinen Grund, auf diese Forderung einzugehen. «Ich finde nach wie vor, dass wir die Anlage berechtigterweise installiert haben. Die Mehrheit im Einwohnerrat vertrat diese Meinung.»

Matthias Gotter.

zvg

Zur Kritik, die Sicherheit sei am Wochenende beeinträchtigt gewesen, sagt Gotter: «Situationen wie am Samstag gilt es grundsätzlich zu vermeiden. Aber es handelt sich um eine Anlage, die sieben Tage pro Woche während 24 Stunden in Betrieb ist. Da ist es normal, dass technische Probleme auftauchen.»

Es sei wie beim eigenen Computer: «Da vergeht kaum eine Woche, in der man nicht mit technischen Problemen zu kämpfen hat.» Auf die Frage, warum denn aus der Stadt Zürich, wo 90 Blitzer stehen, nicht von ähnlichen Problemen zu hören ist, sagt Gotter: «Das liegt daran, dass die Anlage in Baden grosse Aufmerksamkeit auf sich zieht und genau beobachtet wird, weil sie die erste dieser Art im Aargau ist.» Dass es zu Pannen bei Verkehrsüberwachungsanlagen komme – «das passiert in Zürich bestimmt auch», sagt Gotter.

Wichtig aus Sicht der Stadt sei die Tatsache, dass die bisherigen Reparaturen allesamt Garantiefälle gewesen seien. Die Kosten seien also vom Hersteller übernommen worden.

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