Albanien

Albanische Demonstranten werfen wieder Brandbomben auf Polizisten

Protest am Montagabend in Tirana.

Protest am Montagabend in Tirana.

Regierungsgegner in Albanien haben Brandbomben und Leuchtgeschosse auf Bereitschaftspolizisten abgegeben. Tausende Demonstranten marschierten am Montag in Tirana bei strömendem Regen zu fünf Orten.

Dabei handelte es sich um das Büro des Ministerpräsidenten, die Zentrale der Nationalpolizei, das Parlament, das Innenministerium und die Polizeibehörde von Tirana. Die fünf Orte symbolisieren nach Angaben des Oppositionsführers Lulzim Basha die Institutionen, die von der Regierung eingenommen worden seien.

"Es ist ein Marsch des Protests gegen die unrechtmässige Regierung", sagte Basha, der Chef der oppositionellen Demokratischen Partei ist.

Die Opposition demonstriert seit Mitte Februar. Sie beschuldigt Regierungsvertreter der Korruption und des Stimmendiebstahls bei den Parlamentswahlen vor zwei Jahren. Die Opposition fordert eine Übergangsregierung und vorgezogene Wahlen.

Proteste am Wochenende schlugen in Gewalt um. Oppositionsanhänger bewarfen Polizisten mit Brandbomben. Die Polizei reagierte mit Tränengas. Es gab Verletzte auf beiden Seiten. Der sozialistische Ministerpräsident Edi Rama verurteilte das gewalttätige Verhalten von Demonstranten. Er sagte, "Albanien ist beschädigt".

Appelle mehrerer Staaten

Die US-Botschaft in Tirana forderte Oppositionsführer am Montag auf, Gewalt zu verurteilen. Europäische Parlamentsmitglieder riefen Albaner ebenfalls auf, "von allen Formen der Gewalt" abzusehen. Die Botschaften Deutschlands, Grossbritanniens und Italiens forderten ebenfalls einen friedlichen Protest und einen Dialog aller Seiten.

Das albanische Innenministerium hatte vor dem Protest am Montag angekündigt, dass die Opposition versuchen werde, "die gleichen Akte der Gewalt zu wiederholen". Die Demokratische Partei warf der Regierung vor zu versuchen, "Konfrontation, Konflikt und Angst unter Bürgern" zu schüren. "Wir versichern Bürgern, dass die Demokratische Partei sich nur für einen friedlichen Protest einsetzt", liess die Partei wissen.

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