US-Bürger im Ausland müssen auf der Hut sein. Noch am Donnerstag wies die US-Botschaft in Bern amerikanische Staatsbürger ausdrücklich auf die erhöhte Terrorgefahr in Genf hin.

Amerikaner seinen zu grösserer Wachsamkeit aufgerufen, hiess es in der Mitteilung. Auch daheim in den USA geht die Angst um: Die Anschläge durch islamische Extremisten in Paris und San Bernardino (Kalifornien) – und die damit verbundenen Medienberichte – verunsichern die amerikanische Bevölkerung. Die Angst vor terroristischen Attentaten ist gemäss einer neuen Meinungsumfrage wieder die grösste Sorge im Land: 14 Prozent bezeichnen Terrorismus als das wichtigste Problem. Im Monat zuvor war es das Thema Einwanderung gewesen, mit 12 Prozent.

79 Prozent der Bevölkerung sagten den Demoskopen des Fernsehsenders CBS und der Tageszeitung «The New York Times», sie rechneten mit einem Anschlag «in den nächsten paar Monaten». Einen ähnlichen hohen Wert hatten die Meinungsforscher zuletzt unmittelbar nach dem 11. September 2001 registriert, als in New York, Pennsylvania und Virginia 3000 Menschen getötet worden waren.

59 Prozent sagten, sie fürchteten sich «sehr» vor Ausländern, die in den USA Attentate verüben wollten. 63 Prozent haben Angst davor, dass Amerikaner sich von den Bluttaten terroristischer Organisationen inspirieren liessen. Und 70 Prozent sagten, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eine «bedeutende» Gefahr für die Sicherheit des Landes darstellten. Die beiden Attentäter von San Bernardino waren im Nachgang zu ihrem Amoklauf von einer IS-Publikation wechselweise als Sympathisanten und Soldaten bezeichnet worden; bisher gibt es aber gemäss den Ermittlungsbehörden keinen Hinweis darauf, dass sie die 14 Menschen im Auftrag des IS ermordeten.

Misstrauen gegenüber Obama

Gemäss einer Zusammenstellung eines nationalen Parlamentsausschusses ermitteln die Behörden derzeit gegen 900 potenzielle Terroristen, die sich in den USA aufhalten, wobei «die überwiegende Mehrheit» sich zum IS bekennt. Annähernd 60 IS-Mitläufer seien allein in diesem Jahr durch die heimischen Behörden verhaftet worden.

Die US-Umfrage zeigt, dass die Amerikaner mit dem Gang der Dinge unzufrieden sind. Nur 24 Prozent sagten den Demoskopen, das Land befinde sich auf dem richtigen Pfad. Einen ähnlich schlechten Wert wurde zuletzt im Jahr 2011 registriert. Nur gerade 34 Prozent sagen, dass Präsident Obama die Gefahr, die von Terroristen ausgehe, richtig einschätze.

Der grosse Profiteur dieses üblen Gebräus: Donald Trump, führender Präsidentschaftskandidat der Republikaner. 40 Prozent der konservativen Wählerinnen und Wähler sagen, sie seien «sehr zuversichtlich», dass Trump mit den Terroristen kurzen Prozess machen würde.