Der Anwalt Luis Rosales, der wie Hernández den Ex-Machthaber vor Gericht verteidigte, bestätigte die Nachricht vom Tod des 91-Jährigen. Er sei "ruhig und in Frieden" gestorben.

Gegen den einstigen Staatschef läuft seit Jahren ein Verfahren wegen seines gewaltsamen Vorgehens gegen Ureinwohner Guatemalas. Ihm werden Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Gezielte Vernichtungspolitik

Ríos Montt herrschte in Guatemala von 1982 bis 1983. Seine Amtszeit gilt als eine der gewalttätigsten Perioden im Bürgerkrieg, der Guatemala von 1960 bis 1996 erschütterte.

Dem Machthaber wurde vorgeworfen, für die Ermordung von 1771 Angehörigen der Ixil-Volksgruppe in der nördlichen Region Qiché verantwortlich gewesen zu sein. Er soll eine gezielte Vernichtungspolitik gegen die Ixil in Gang gesetzt haben, die damals verdächtigt wurden, mit linksgerichteten Guerillagruppen zu kollaborieren.

Im Mai 2013 verurteilte ein Gericht den greisen Ex-Diktator zu 80 Jahren Haft. Das Verfassungsgericht Guatemalas hob dieses Urteil jedoch binnen weniger Tage wegen Formfehlern auf und ordnete ein neues Verfahren an. Dieses begann im März 2016 in Abwesenheit des Angeklagten, der nach Angaben seiner Anwälte an Demenz litt.

An die Macht geputscht

Am 23. März 1982 hatte sich Ríos Montt in Guatemala an die Macht geputscht. Bereits knapp anderthalb Jahre später, am 8. August 1983, wurde er von seinem Verteidigungsminister Oscar Mejía Victores gestürzt.

In dem 36 Jahre währenden Bürgerkrieg wurden in Guatemala nach Angaben der Uno 200'000 Menschen getötet. Die Vereinten Nationen kamen 1999 in einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass in Guatemala ein Völkermord begangen wurde. Die mit Abstand meisten Kriegsverbrechen wurden demnach in der Zeit zwischen 1978 und 1984 verübt.