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Corona-Kontroverse: «Die Schweden könnten die grossen Gewinner sein» – «Das ist ein todesmutiges Experiment!»

Corona-Talk CH Media vom 15. April 2020

CH-Media-Chefredaktor Patrik Müller und Auslandchef Samuel Schumacher im Gespräch.

Morgen Donnerstag gibt der Bundesrat bekannt, wie die Corona-Massnahmen in der Schweiz gelockert werden. Wie das gehen könnte, zeigen verschiedene europäische Länder. CH-Media-Chefredaktor Patrik Müller und Auslandchef Samuel Schumacher sind sich im Corona-Talk allerdings nicht einig, welchem Vorbild die Schweiz folgen soll.

Den Lockdown lockern, darum wird kein Land drum herum kommen. Wie das funktionieren soll, darüber wird der Bundesrat morgen Donnerstag informieren.

Interessant ist ein Blick ins Ausland. Schweden etwa hat gar nie strenge Massnahmen eingeführt. Auch über Ostern blieben Cafés, Restaurants und zahlreiche Geschäfte offen. «Der schwedische Weg scheint erfolgreich zu sein. Auch da gehen die Zahlen der Neuinfizierten zurück», sagt Patrik Müller im aktuellen Corona-Talk. «Vielleicht haben die Schweden mit ihrem Weg von Anfang an Recht gehabt.»

Beispiel Grossbritannien zeigt: Schwedische Strategie ist todesmutig

Dass die schwedische Strategie, die fast vollständig auf freiwillige Social-Distancing-Massnahmen setzt, allerdings sehr riskant ist, zeigt das Beispiel Grossbritannien. Auch die Briten setzten anfänglich auf freiwillige Kooperation der Bevölkerung, mussten den Kurs dann aber rasch ändern, als Hochrechnungen von hunderttausenden Toten Briten sprachen. «Vielleicht können die reservierten Skandinavier besser damit umgehen, ihre sozialen Kontakte einzuschränken, als die Briten mit ihrer Pub-Kultur. Dennoch bin ich froh, nicht an diesem todesmutigen Gesundheitsexperiment teilnehmen zu müssen, das die Schweden da gerade machen», sagt Samuel Schumacher.

Trump trifft wunden Punkt mit Angriff auf Weltgesundheitsorganisation

Eine aussergewöhnliche Rolle in der Bekämpfung der Coronakrise spielt nach wie vor US-Präsident Donald Trump. Auf der Suche nach einen Schuldigen für die schlimme Situation in den USA (mit über 25‘000 Toten inzwischen das am stärksten betroffene Land der Welt) hat Trump sein Visier jetzt auf die Weltgesundheitsorganisation WHO gerichtet. Nicht ganz zu Unrecht, findet Patrik Müller. «Die WHO hat die Chinesen zu Beginn der Krise viel zu lange geschützt.»

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