Israel

Corona-kranker PLO-Vertreter an Herz-Lungen-Maschine angeschlossen

ARCHIV - Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Ereka nimmt an einer Konferenz teil. Foto: Claudio Peri/ANSA/dpa

ARCHIV - Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Ereka nimmt an einer Konferenz teil. Foto: Claudio Peri/ANSA/dpa

Der schwer an Corona erkrankte Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Saeb Erekat, ist nach Klinikangaben an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen worden.

Die Lungenfunktion des 65-Jährigen werde mit einer sogenannten ECMO (Extrakorporale Membranoxygenierung) unterstützt, teilte das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem in der Nacht zum Mittwoch mit.

Bei dem Verfahren wird das venöse Blut ausserhalb des Körpers in einer Maschine mit Sauerstoff angereichert und dann ins arterielle Blutgefässsystem zurückgeleitet. Es funktioniert so wie eine externe Lunge. Mit der Behandlung sei Erekat gut stabilisiert und die Sauerstoffsättigung des Blutes sei ausgezeichnet, hiess es in der Mitteilung der Klinik. Seine Behandlung werde weiterhin mit Ärzten im Ausland abgestimmt.

Erekat war am Sonntag mit Atemnot in die Universitätsklinik gebracht worden. Nach einer Verschlechterung seines Zustands war er dann in Vollnarkose versetzt und künstlich beatmet worden. Sein Zustand ist den Angaben zufolge weiter "kritisch, aber stabil". Erekats Behandlung ist nach Angaben der Klinik besonders schwierig, weil sein Immunsystem nach einer Lungentransplantation vor drei Jahren unterdrückt sei. Dazu kämen die Corona-Erkrankung sowie eine bakterielle Infektion.

Der promovierte Politikwissenschaftler war seit Mitte der 1990er Jahre Chefunterhändler bei den Verhandlungen mit Israel gewesen. Seit 2014 liegen diese jedoch brach. Als Konsequenz aus Annexionsplänen Israels im Westjordanland hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Mitte Mai die Aufhebung aller Vereinbarungen mit Israel und den USA erklärt. Israel hat die Pläne im Gegenzug für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zwar auf Eis gelegt, baut aber seine Siedlungen im Westjordanland weiter aus.

Vor dem Hintergrund des fortwährenden Konflikts mit den Palästinensern gab es in Israel Proteste aus rechten Kreisen gegen die Behandlung Erekats in einem israelischem Krankenhaus.

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