Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen soll Kommissionspräsidentin werden. Zu diesem Schluss sind die EU-Staats- und -Regierungschefs in Brüssel am Dienstag gekommen.

Am Donnerstag hat CDU-Politikerin von der Leyen Noch-EU-Chef Jean-Claude Juncker getroffen. Die deutsche Verteidigungsministerin ist dort gerade auf Stimmenfang für den Posten als EU-Kommissionspräsidentin. 

Arm in Arm

Bei dem Treffen mit ihrem eventuellen Vorgänger kam es – wenig überraschend – zu Zärtlichkeiten seitens Junckers. Der scheidende Kommissionspräsident empfing seine mögliche Nachfolgerin vor den im Stakkato der klickenden Fotokameras überschwänglich. Mit Klammergriff und Kussmund.

Sie lächelte und tastete nach der Hand, mit der er posierend ihre Schulter umfasste. Wohl ein Zeichen, dass die Grenze erreicht worden war. 

Danach zogen sich die beiden zu Beratungen zurück. Arm in Arm, fast wie ein Liebespärchen.

Schmatzer und Wuschler

Die Szene erinnert zum Beispiel an das Treffen Junckers im Jahr 2015 mit der damaligen Schweizer Bundespräsidentin Sommaruga. Ihr drückte der EU-Chef einen dicken Schmatzer auf die Backe.

Im Dezember 2018 kam es zu einer weiteren bizarren Szene. Juncker wuschelte der stellvertretenden Protokollchefin der EU-Kommission, Pernilla Sjölin, zur Begrüssung kräftig durch die blonden Haare:

EU-Kommissionschef Juncker liefert bizarre Szene

Sie hat ihm darauf «groteskes» und «grauenhaftes» Verhalten gegenüber Frauen vorgeworfen.

Nach fünf Jahren wird der 64-Jährige nun abtreten. Und mit ihm verschwinden wohl die innigen Gesten an offiziellen Empfängen. (smo)