Syrien

Frankreich und USA anerkennen neues syrisches Oppositionsbündnis

Frankreichs Präsident François Hollande kommuniziert die Anerkennung

Frankreichs Präsident François Hollande kommuniziert die Anerkennung

Frankreich anerkennt das neue syrische Oppositionsbündnis als einzigen legitimen Vertreter des syrischen Volkes, wie Präsident François Hollande am Dienstagabend in Paris erklärte. Kurze Zeit später folgten die USA.

Die beiden Länder sind die ersten westlichen Staaten, welche die neu organisierte syrische Opposition anerkennen. Grossbritannien machte indes klar, dass für eine Anerkennung noch weitere Bedingungen erfüllt sein müssten. Dazu gehöre vor allem die Schaffung einer breiten Unterstützung in Syrien selbst für die Nationale Koalition der Oppositionskräfte und der Syrischen Revolution.

Der Syrien-Konflikt hat nach Angaben des UNO-Hochkommissariates für Flüchtlinge über 2,5 Millionen Menschen zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht. Bisher ging das UNHCR von 1,2 Millionen intern Vertriebenen aus. In die Nachbarländer geflohen sind nach UNO-Angaben über 400'000 Menschen.

Die jüngsten Zahlen des UNHCR zu den intern Vertriebenen basieren auf Schätzungen des syrischen Roten Halbmondes, wie UNHCR-Sprecherin Melissa Fleming am Dienstag in Genf ausführte. Es handle sich aber nur um eine vorsichtige Schätzung.

Viele flüchtende Menschen seien unterwegs, versteckten sich und seien deshalb schwer zu zählen, sagte Fleming. Es könnten deshalb viel mehr sein.

Exodus in Nachbarländer ohne Ende

Fleming unterstrich, dass 95 Prozent der intern Vertriebenen, von der syrischen Bevölkerung direkt unterstützt würden. Nur gerade fünf Prozent würden in öffentlichen Gebäuden und Schulen Zuflucht finden.

Der Exodus der Syrer in die Nachbarländer gehe ungebrochen weiter, sagte Fleming. Jeden Tag verlassen nach UNHCR-Angaben 2000 bis 3000 Menschen das Land. Beim UNHCR sind derzeit etwas mehr als 400'000 Menschen als Flüchtlinge registriert, zehntausende müssen jedoch noch auf die Listen aufgenommen werden. Das Gros der Flüchtlinge geht in die Nachbarländer Türkei, Irak, Jordanien und Libanon.

Erneut Luftangriffe nahe Grenzposten zu Türkei

Trotz scharfer Proteste aus Ankara bombardierte die syrische Luftwaffe derweil am Dienstag erneut Ziele unmittelbar an der türkischen Grenze. Syrische Kampfjets hätten den von Aufständischen kontrollierten Grenzort Ras al-Ain angegriffen, berichteten türkische Medien.

Insgesamt habe es wenige hundert Meter von der Grenze entfernt sieben Detonationen gegeben. Am Vortag gab es bei solchen Angriffen auf syrischer Seite Tote und in der Türkei mindestens drei Verletzte. Ankara hat in Damaskus scharfen Protest eingelegt und Kampfjets zur Sicherung der Grenze aufsteigen lassen.

Auch in der sieben Kilometer südlich von Damaskus gelegenen Ortschaft Daraja habe die Luftwaffe Einsätze geflogen, nachdem die Aufständischen dort einen Armeestützpunkt angegriffen hätten. Dies teilte die in London ansässige oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Am Montag kamen laut Beobachtungsstelle insgesamt 151 Menschen bei den Kämpfen ums Leben, die meisten davon Zivilisten. Zuletzt hatte das syrische Militär immer wieder aus der Luft gegen die Aufständischen gekämpft.

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