Burundi

Gewalt in Burundis Hauptstadt am Tag vor Präsidentenwahl

Passanten in Burundis Hauptstadt Bujumbura schauen sich den Schaden an, den eine Granate verursacht hat.

Passanten in Burundis Hauptstadt Bujumbura schauen sich den Schaden an, den eine Granate verursacht hat.

Einen Tag vor der umstrittenen Präsidentschaftswahl im ostafrikanischen Burundi ist die Hauptstadt Bujumbura am Montag von Gewalt erschüttert worden. Augenzeugen berichteten am Abend von Explosionen und Schüssen. Zuvor war eine Granate im Stadtzentrum explodiert.

AFP-Journalisten berichteten von mindestens drei schweren Explosionen und Schüssen, ohne diese genau orten zu können. Augenzeugen berichteten, Unbekannte hätten das Feuer auf Polizisten nördlich des Stadtzentrums eröffnet, diese hätten zurückgeschossen. Auch in anderen Stadtteilen waren Explosionen und Schüsse zu hören.

Kurz zuvor war bereits eine Granate auf einer Strasse nahe dem symbolträchtigen Unabhängigkeitsplatz im Stadtzentrum explodiert. Nach Angaben von Augenzeugen wurde der Sprengsatz aus einem fahrenden Auto geschleudert. Verletzt wurde bei dem Angriff niemand.

In Burundi wird nach monatelangen Unruhen mit etwa hundert Todesopfern am Dienstag ein neuer Präsident gewählt. Der seit zehn Jahren amtierende Staatschef Pierre Nkurunziza strebt eine dritte Amtszeit an. Die Opposition sieht darin jedoch einen Verstoss gegen die Verfassung und boykottiert den Urnengang.

Die Verfassung sieht lediglich zwei Amtszeiten vor. Der 51-jährige Nkurunziza argumentiert jedoch, seine erste Amtszeit zähle nicht, weil er damals vom Parlament und nicht von der Bevölkerung gewählt worden sei. Seit Ende April gibt es in Burundi Proteste und politische Unruhen, Mitte Mai scheiterte ein Putsch von Teilen der Armee.

Die Regierung ging mit harter Hand gegen ihre Gegner vor. Mehr als hundert Menschen wurden getötet, nach Angaben der Vereinten Nationen flohen mehr als 158'000 Menschen ausser Landes, unter ihnen viele Oppositionelle. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte am Montag, derzeit würden täglich etwa tausend Menschen aus dem Land fliehen.

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