Italien

Gewalt und Festnahmen bei Protesten gegen Corona-Massnahmen in Italien

Polizisten setzen während eines Protests gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung in Turin Tränengas ein. Foto: Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

Polizisten setzen während eines Protests gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung in Turin Tränengas ein. Foto: Claudio Furlan/LaPresse/AP/dpa

Bei Protesten gegen die Regierungsmassnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Italien hat es in der Nacht zum Dienstag gewalttätige Zusammenstösse zwischen Demonstranten und der Polizei gegeben. Nach Ausschreitungen in Mailand und Turin wurden mindestens sechs Menschen festgenommen, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Dutzende wurden Polizeiangaben zufolge abgeführt. Bei den Ausschreitungen seien mindestens elf Beamte verletzt worden.

Bei den Protesten Hunderter Menschen gegen die Corona-Beschränkungen in den beiden norditalienischen Städten hätten Demonstrierende unter anderem mit Steinen, Flaschen und Molotow-Cocktails geworfen, meldete Ansa. Auch Schaufenster von Geschäften wurden zerstört. Die Polizei setzte demnach Tränengas ein.

Auch in weiteren Städten wie Neapel und Triest gingen die Menschen auf die Strasse. Bereits am Wochenende war es in Neapel und in Rom zu Gewalt bei Demonstrationen gekommen. Grund für die Proteste sind unter anderem neue Massnahmen der Regierung angesichts der zuletzt stark angestiegenen Neuinfektionszahlen.

Am Dienstag meldete Italien 21 994 bestätigte Neuinfektionen innerhalb eines Tages - ein Rekord. Der bisherige Höchstwert war erst am Sonntag mit 21 273 Fällen in 24 Stunden registriert worden. Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg auf mehr als 564 000. Binnen eines Tages starben zuletzt 221 Menschen in Verbindung mit dem Virus, seit Beginn der Pandemie zählte Italien 37 700 Tote. Italien hat rund 60 Millionen Einwohner.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Restaurants und Bars um 18.00 Uhr für Gäste schliessen. Auch Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen. Ein Grossteil der Gymnasialschüler wird vorerst online unterrichtet.

Italien hatte zu Beginn der Pandemie zu den am stärksten getroffenen Ländern in Europa gehört und einen der weltweit längsten Lockdowns verhängt. Die neuen Einschränkungen sorgen angesichts düsterer Konjunkturprognosen bei vielen Italienern für Unmut.

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