Er werde die Partnerschaft kündigen, wenn die NATO-Militärallianz nicht mehr Anstrengungen unternehme, um die Tötung von Zivilisten zu vermeiden, erklärte Karsai. Die NATO-geführte ISAF-Truppe habe seit Samstag in vier Provinzen mehrere dutzend Zivilisten getötet, darunter Frauen und Kinder.

Nach Angaben örtlicher afghanischer Behördenvertreter wurden durch ISAF-Bombardements mindestens 15 Menschen in Badghis und bereits am Freitag sechs weitere in Helmand getötet.

Karsai äusserte sich gegenüber dem ISAF-Kommandanten, dem US-General John Allen, und dem US-Botschafter Ryan Crocker, die er zu einer Dringlichkeitssitzung in den Präsidentenpalast in Kabul geladen hatte.

Karsai und US-Präsident Barack Obama hatten am vergangenen Mittwoch in Kabul ein Abkommen unterzeichnet. Dieses regelt den Einsatz von US-Soldaten am Hindukusch nach dem Abzug der ausländischen Kampftruppen Ende 2014 bis zum Jahr 2024.