Österreich

Kein Rückhalt mehr in der Partei: Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann tritt zurück

Faymann wirft das Handtuch: Der österreichische Bundespräsident und SPÖ-Parteichef tritt von all seinen politischen Ämtern zurück.

Faymann wirft das Handtuch: Der österreichische Bundespräsident und SPÖ-Parteichef tritt von all seinen politischen Ämtern zurück.

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann tritt von all seinen Ämtern zurück. Das erklärte der Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei SPÖ am Montag im Bundeskanzleramt in Wien.

Der starke Rückhalt innerhalb seiner Partei sei verloren gegangen, begründete der 55-Jährige den Schritt. Faymann ist seit Anfang Dezember 2008 österreichischer Bundeskanzler.

Der Schritt erfolgte nach dem Sieg der rechtspopulistischen FPÖ bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 24. April. Faymann war nach der Niederlage seiner Partei mit Rücktrittsforderungen konfrontiert worden.

«Dieses Land braucht einen Kanzler, wo die Partei voll hinter ihm steht. Die Regierung braucht einen Neustart mit Kraft. Wer diesen Rückhalt nicht hat, kann diese Aufgabe nicht leisten», sagte Faymann am Montagmittag laut ORF in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. «Ich lege meine Funktionen als Bundeskanzler und SPÖ-Chef zurück.»

Seit Wochen mit Rücktrittsforderungen konfrontiert: Österreichs Kanzler Faymann.

Seit Wochen mit Rücktrittsforderungen konfrontiert: Österreichs Kanzler Faymann.

Für den Montagnachmittag sei ein ausserordentliches Treffen des SPÖ-Bundesparteivorstandes angekündigt. Dort sollte es um die personelle wie inhaltliche Neugestaltung der Partei gehen.

„Es geht um viel, es geht um Österreich“, er sei „sehr dankbar“, dass er „diesem Land dienen“ durfte, zitiert der ORF Faymann. Er sei stolz auf Österreich. Das Land habe etwas geleistet und Zehntausenden Menschen Asyl gegeben.

„Es wäre verantwortungslos gewesen, nicht auch eigene Maßnahmen zu setzen“, so Faymann über den Flüchtlingskurs der Regierung. Zum Ende seiner Pressekonferenz verabschiedete er sich demnach mit einem „Alles Gute“ für seinen Nachfolger.

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