Welt-Albinismus-Tag 13.6.

Menschen mit Albinismus in Afrika noch immer stark diskriminiert

Catherine Amidu befeuchtet ihren sandigen Hüttenboden in Machinga, Malawi. Als Albina muss sie um ihr Leben fürchten, da Körperteile von Menschen wie ihr als glückbringend gehandelt werden. (Archivbild Februar 2020)

Catherine Amidu befeuchtet ihren sandigen Hüttenboden in Machinga, Malawi. Als Albina muss sie um ihr Leben fürchten, da Körperteile von Menschen wie ihr als glückbringend gehandelt werden. (Archivbild Februar 2020)

Trotz Aufklärung und Unterstützung erleben Menschen mit Albinismus in Afrika noch immer starke Diskriminierung. Der Welt-Albinismus-Tag von morgen Samstag will die Aufmerksamkeit auf das traurige Thema lenken.

"In vielen afrikanischen Ländern leben Menschen mit Albinismus durch ihr anderes Aussehen in permanenter Gefahr", teilte die Christoffel-Blindenmission (CBM) mit. Zur Unterstützung setze CBM auf medizinische Hilfe und vor allem auf breite Aufklärung. "Denn viele der Betroffenen plagt die Ausgrenzung, die sie erfahren, fast noch mehr als die körperlichen Beschwerden", sagte CBM-Vorstand Rainer Brockhaus.

Bei Menschen mit Albinismus ist die Bildung des Pigments Melanin gestört, was zu heller Haut und hellen Haaren führt. Viele Betroffene haben auch eine Sehschwäche. In Europa und Nordamerika hat einer von 20'000 Menschen Albinismus, wie die Organisation Under the Sun erklärt, doch in Afrika ist der Anteil deutlich höher. Demnach wird zum Beispiel in Tansania etwa einer von 1400 Menschen mit Albinismus geboren.

Menschliche Einzelteile als Talisman

Menschen mit der Pigmentstörung werden in etlichen Ländern Afrikas diskriminiert und marginalisiert. Vielerorts herrscht der Aberglaube, ihre Körperteile, Haare und Haut besässen magische Kräfte. So werden manche Betroffene angegriffen und ihre Körperteile werden an traditionelle Heiler verkauft. Das Uno-Menschenrechtsbüro nennt dies einen "lukrativen und makabren Markt". In den vergangenen zehn Jahren seien in 28 Ländern südlich der Sahara Hunderte Fälle von Gewalttaten gemeldet worden, wie es in einem Bericht der Uno-Expertin für die Rechte von Menschen mit Albinismus, Ikponwosa Ero, hiess.

Die Lage für Menschen mit Albinismus in Afrika habe sich in den vergangenen Jahren verbessert, sagte Samer Muscati von Human Rights Watch (HRW) der. Die Zahl der gemeldeten Angriffe sei zurückgegangen und einige Länder hätten positive Massnahmen ergriffen. "Aber es gibt noch viel zu tun." Es gebe zwar weniger Angriffe, doch "Menschen mit Albinismus in der Region erleben weiterhin schlimme Diskriminierung, was ihre Bildung, Beschäftigung, Gesundheit und andere Grundrechte angeht".

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