Syrien

Nato bekräftigt nach Syrien-Eskalation ihre Solidarität mit Türkei

Der türkische Aussenminister Mevlut Cavusoglu (rechts) hat nach der Eskalation im Syrien-Konflikt mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (links) telefoniert. (Archivbild)

Der türkische Aussenminister Mevlut Cavusoglu (rechts) hat nach der Eskalation im Syrien-Konflikt mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg (links) telefoniert. (Archivbild)

Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden militärischen Konfrontation zwischen der Türkei und den syrischen Regierungstruppen in Idlib hat die Nato ihre Solidarität mit Ankara bekräftigt.

Nach einem Dringlichkeitstreffen des Nordatlantikrats sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel, die Nato-Partner stimmten überein, dass die bestehenden Massnahmen zur Unterstützung Ankaras beibehalten werden sollten. Zusätzliche Unterstützungsleistungen kündigte die Allianz aber nicht an.

Die Nato-Partner unterstützten die Türkei bereits, sagte Stoltenberg. "Wir verstärken ihre Luftverteidigung, ein Awacs-Aufklärungsflugzeug hilft bei der Luftraumüberwachung", betonte Stoltenberg. Überdies kontrolliere die Nato regelmässig Häfen und unterstütze die Türkei "auf andere Weise".

Zu konkreten zusätzlichen Unterstützungsleistungen angesichts der Eskalation in Idlib äusserte sich Stoltenberg nicht. Er betonte jedoch, dass die Nato-Partner "permanent" prüften, "was sie noch tun können, um die Türkei darüber hinaus zu unterstützen".

Die Türkei hatte das Dringlichkeitstreffen unter Artikel 4 der Nato-Verträge einberufen. Im Vorfeld rief ein Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zur Schaffung einer Flugverbotszone über Idlib auf.

Tote auf beiden Seiten

Bei syrischen Luftangriffen auf türkische Stellungen waren am Donnerstag 33 türkische Soldaten getötet worden. Türkische Vergeltungsangriffe töteten am Freitag laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 16 syrische Kämpfer.

Die militärische Eskalation verschärfte auch die Spannungen zwischen Ankara und Moskau. Russland steht in dem Konflikt auf der Seite von Syriens Machthaber Baschar al-Assad, während die Türkei einige Milizen in Idlib unterstützt, die gegen die Assad-Truppen kämpfen. In der Region sind überwiegend islamistische und dschihadistische Milizen aktiv.

Stoltenberg rief Damaskus und Moskau dazu auf, die Gewalt in Idlib zu beenden. Die "willkürlichen Luftangriffe" in der nordsyrischen Provinz müssten aufhören, sagte der Nato-Generalsekretär. Er forderte Assad und Russland zudem dazu auf, "die Uno-geführten Bemühungen für eine andauernde, politische und friedliche Lösung für die Krise in Syrien" zu unterstützen.

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